Jenny This · Ständerat · 2013-03-21
Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-03-21
Wortprotokoll
Gestatten Sie mir als Nichtkommissionsmitglied, dafür aber als Betroffenem doch zwei, drei kleine Bemerkungen. Für mich als regionalen Unternehmer ist wichtig, dass Arbeitsgemeinschaften weiterhin ohne administrative Hürden möglich sind. Sonst fördern Sie das Kartell. Bei diesen grossen Losen, wie sie von der Axpo oder auch vom Bund oftmals ausgeschrieben werden, sind wir gezwungen, Arbeitsgemeinschaften einzugehen. Ich nenne als Beispiel Linthal 2015; das ist ein Auftragsvolumen von 800 Millionen Franken. Da müssen Sie den Nachweis erbringen, dass Sie einen Umsatz haben, der zweimal dieses Auftragsvolumen umfasst. Wenn Sie die Arbeitsgemeinschaften nicht ermöglichen, bleiben noch zwei Anbieter übrig. Sie können sich vorstellen, dass sich schon zwei internationale Anbieter aus Deutschland oder aus Österreich finden. Die machen dann ein Kartell, und dann überborden die Preise.
Für mich als Betroffenen ist dieser Punkt sehr wichtig. Ich gehe davon aus, dass Kollege Engler als ehemaliger Baudirektor dem in der Kommission Rechnung getragen hat. Auch im Kanton Graubünden wären kleine und mittlere Unternehmen bei der Umfahrung, die jetzt gebaut wurde, chancenlos gewesen. Er hat das in der Praxis eins zu eins erfahren. Dass Absprachen bei den Unternehmen passieren, können Sie sowieso vergessen, das gehört der Vergangenheit an. Vielleicht haben zwei, drei Belaglieferanten im Kanton Tessin noch Interesse daran, aber sonst ist der Markt beinhart und teilweise sogar ruinös - zu meinem Leidwesen.