Riklin Kathy · Nationalrat · 2001-10-01
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-10-01
Wortprotokoll
Bildung sei unser einziger Rohstoff, wird immer wieder gesagt. Es sind aber grosse Anstrengungen nötig, um international nicht zurückzufallen. Dass die Schweiz eines der wenigen Länder ist, welches 1990 bis 1996 gemäss OECD-Bericht aus dem Jahr 2001 weniger für Bildung ausgab, ist traurig. Länder wie Grossbritannien, Österreich oder gar die USA haben substanzielle Steigerungen aufzuweisen. In der Schweiz hat Bildung, verglichen mit anderen Ländern, den kleinsten Anteil am Bruttosozialprodukt. Alle sprechen von Bildung, die Credit Suisse hat einen fortschrittlichen Bildungsbericht herausgegeben und will sich für Bildung einsetzen - tun wir doch etwas dafür!
Wenn schon die Gesamtausgaben für Bildung bescheiden sind, so ist ihre Aufteilung unter den verschiedenen Bildungssparten noch problematischer. In den letzten Jahren stagnierten die Aufwendungen für die universitäre Bildung, die Studentenzahlen aber haben stark zugenommen. Jacques Neirynck hat es gesagt: Die Beiträge pro Studierende sind um einen Drittel zurückgegangen.
Die Folge dieser Situation: Die Betreuungsverhältnisse an den Universitäten sind zum Teil alarmierend schlecht geworden. Professoren und Assistierende haben so viele Studierende zur Betreuung, dass kaum Zeit für die Einzelnen wie auch für die Forschung bleibt.
Daneben fehlt es auch an Mitteln für die Forschung. Die Universität Zürich hat zum Beispiel erhebliche Probleme, weil sie an die Nationalen Forschungsschwerpunkte, von denen sie erfreulicherweise drei hat, so viele Eigenmittel beisteuern muss. Es fehlt ebenfalls Geld für die Grundlagenforschung. Diese wichtige, nichtorientierte Forschung müsste massiv besser unterstützt werden.
Wenn ich nun für eine Erhöhung der Beiträge an die Universitäten plädiere, so möchte ich aber nicht, dass der ETH Zürich und der ETH Lausanne die nötigen Mittel entzogen werden. Wir möchten keinen Verteilungskampf unter den Bildungsinstitutionen. Es braucht grundsätzlich mehr Geld für die Bildung, sonst fallen wir mittelfristig und längerfristig zurück.
Der Ständerat hat die Motion oppositionslos überwiesen. Wir von der CVP-Fraktion werden die Motion ebenfalls unterstützen. Bildungspolitik ist eine der politischen Kernaufgaben unserer Partei.