Föhn Peter · Ständerat · 2012-12-12
Föhn Peter · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-12-12
Wortprotokoll
Obwohl ich als Kommissionsmitglied keinen entsprechenden Antrag gestellt habe, unterstütze ich den Antrag Eberle und will jetzt doch auch zwei, drei Worte dazu sagen. Ich habe mich in der Kommission auf andere Punkte konzentriert, nicht unbedingt auf diesen. Aber mit den Landschaftsqualitätsbeiträgen wird einfach massiv übertrieben, das muss hier gesagt werden.
Was heisst "übertrieben"? Es wurde jetzt gesagt, der Vollzug und die Bürokratie seien nicht allzu gross. Doch das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag stimmt einfach nicht! Meine Zustimmung zum Antrag Eberle erfolgt auch, damit man sich ein bisschen zurücknimmt, den Vollzug möglichst vereinfacht und nicht einfach alles und jedes haben will und haben muss. Ich habe es schon beim Eintreten gesagt: Unsere Bauern, unsere Landwirte - das sage ich als Bergler - sind unserer Landschaft verpflichtet und machen das gut, und der aller-, allergrösste Teil von ihnen geht sehr, sehr vernünftig mit unserer Landschaft und Natur um. Die Landschaftsqualität stimmt insoweit sehr gut.
Wohin fliesst letztendlich das Geld? Ich muss das jetzt anhand eines Beispiels sagen. Es wurde ja gesagt, dass die Leistung abgegolten werde. Ja, die Leistung wird abgegolten, aber hie und da sind natürlich die Leistungen im Verhältnis zum Aufwand völlig unverhältnismässig. Ein Erlebnis: Auf einer Bergwanderung stand ich plötzlich vor einem Hag: Mitten auf einem alten Wanderweg waren etwa 1000 bis 1500 Quadratmeter eingezäunt. Ich stand davor und dachte: Soll ich jetzt den Zaun heruntertreten? Was hat sich dieser Bauer wohl gedacht? Er sah mich, kaum war ich vor der Hütte, und sagte: "Haha, natürlich! Das ist ein typisches Beispiel, das ihr in Bern verbrochen habt!" Irgendjemand hatte nämlich beim Durchwandern ein extrem seltenes Blümchen gesehen oder einen Farn oder ich weiss nicht, was da gewesen war. Der Bauer musste dann diese Wiese einzäunen. Er bekommt dafür etliche Hundert Franken im Jahr. Mindestens alle zwei Jahre kommt dann jemand von Bern, und auch vom Kanton wandert jemand durch dieses Gebiet, um zu kontrollieren, ob hier alles richtig gemacht und eingezäunt wird.
Herrgott noch einmal, diese Blume ist inmitten einer Viehweide gewachsen, nicht eingezäunt, und jetzt muss man da plötzlich eine unglaubliche Dramatik daraus machen! Aber der Bauer hat gelacht und gesagt: "Ich verdiene nirgends mehr als an diesem Zaun; im Herbst mähe ich diese kleine Fläche einfach - einen höheren Stundenlohn bekomme ich nirgends."
Das sind natürlich dann schon übertriebene Massnahmen. Deshalb verstehe ich, dass Kollega Eberle jetzt sagt, dass dieser Grundsatz der Landschaftsqualitätsbeiträge zu streichen sei.
Ich bitte Sie deshalb - als Vertrauensvotum, ein bisschen zurückfahren zu dürfen -, den Antrag Eberle zu unterstützen.