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Loepfe Arthur · Nationalrat · 2001-10-04

Loepfe Arthur · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-10-04

Wortprotokoll

Eine gesunde Umwelt ist uns allen ein grosses Anliegen. Wir sind somit alle etwas grün, aber nicht nur. Es gibt noch andere Anliegen, die man ebenfalls zu berücksichtigen hat.

In Land- und Bergregionen ist die Bevölkerung auch am Sonntag auf den individuellen Verkehr angewiesen: z. B. für Kirchenbesuche, für familiäre Kontakte, für gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Anlässe. Mit anderen Worten: Auf dem Land ist man auch am Sonntag auf das Auto angewiesen. In einer Agglomeration mit einem dichten Netz des öffentlichen Verkehrs kann man wesentlich leichter auf das Automobil verzichten. Ich bin der Meinung, dass man Sonntagsfahrverbote den Städten überlassen soll; dort macht das tatsächlich Sinn.

Land- und Bergregionen sind oft auch Tourismusregionen. Der Tourismus ist dort mit einem grossen Teil der Arbeitsplätze oft der wichtigste Wirtschaftszweig. Sonntagsfahrverbote legen für diese Tage z. B. Gastbetriebe an Ausflugsorten und Luftseilbahnen weitgehend still. Die Einnahmenausfälle im Tourismus und im Gastgewerbe wären vor allem an wetterschönen Sonntagen enorm. Frau Hollenstein, schöne Sonntage sind im Appenzellerland die tourismusstärksten Tage. Wir sind auf den Ausflugstourismus angewiesen. Frau Fehr Jacqueline, die Manager der Grossbanken sind nicht "die Wirtschaft" der Schweiz. Die Schweizer Wirtschaft besteht zu über 90 Prozent aus kleinen und mittleren Unternehmen; dazu gehöre auch ich. Wir haben uns alle über diese Vorkommnisse genauso geärgert wie irgendjemand.

Der Informations- und Organisationsaufwand für die Durchführung autofreier Sonntage ist sehr gross - man denke z. B. an die zu erwartenden Verkehrsprobleme an den Landesgrenzen -, und alle ausländischen Gäste müssten informiert werden. Wenn schon autofreie Sonntage, dann müsste man diese europaweit koordinieren.

Sonntagsfahrverbote weisen ein Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag auf. Sie sind höchstens ein symbolischer Beitrag an die Umwelt und haben keine Nachhaltigkeit. Ich bin der Meinung, Sonntagsfahrverbote sollen freiwillig durchgeführt werden; da sind sie zu empfehlen, z. B. in Städten, wie das auch im Ausland passiert.

Ich bitte Sie, die Sonntags-Initiative zur Ablehnung zu empfehlen und den Gegenentwurf abzulehnen.