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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2011-09-22

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-09-22

Wortprotokoll

Diese beiden Artikel sind für die Grünen zentral. Hier geht es um die Zulassungsbestimmungen. Wir wollen weiterhin auch in diesem Punkt eine Stärkung des dualen Bildungsweges und damit auch eine Stärkung der Fach- und Berufsmatura. Der Beschluss des Ständerates würde nämlich eine klare Schwächung des dualen Bildungsweges bedeuten, sieht er doch nur noch eine Kann-Formulierung für Fach- oder Berufsmaturitäten vor.

Für uns Grüne gilt bei der Zulassung: Wir wollen bei den Universitäten und der ETH die gymnasiale Matur, das ist klar. Bei den Fachhochschulen wollen wir mit Priorität die Fach- und Berufsmatura. Bei den pädagogischen Hochschulen muss es für Lehrerinnen und Lehrer für die Oberstufe die gymnasiale Matura sein; die Fach- oder Berufsmatura soll aber klar zugelassen sein für die Vorstufen und die Primarlehrer und -lehrerinnen.

Unserer Meinung nach ist auch für die pädagogischen Hochschulen die Klärung im Gesetz richtig und wichtig. Wir haben heute sehr unterschiedliche Situationen in den Kantonen, und leider haben gewisse Kantone auch die Tendenz, die Zulassung über Berufs- und Fachmatura auszuschliessen. Das macht unserer Meinung nach keinen Sinn. Gerade Leute, die schon im Berufsleben gestanden haben, sind nachher oft sehr gute Lehrkräfte. Sie haben sich ja bewusst dazu entschieden, den Lehrerberuf zu wählen. Der Beschluss des Ständerates ist schlicht und einfach wider die aktuelle Realität. Aufgrund des Mangels an Lehrkräften sind zurzeit nämlich "Schnellbleiche"-Ausbildungen im Gange, [PAGE 1631] und da ist dann plötzlich sehr viel Flexibilität möglich. Da gibt es kein Festhalten an der Norm der gymnasialen Matur. Und letztendlich: Warum sollen die pädagogischen Hochschulen anders behandelt werden als die anderen Fachhochschulen?

Es ist auch kein Argument, wenn gesagt wird, das sei in der Kompetenz der Kantone. Die Ziele dieses Gesetzes sind ja gerade die Koordination, die Durchlässigkeit aller Hochschultypen. Die Vergleichbarkeit, die Durchlässigkeit, das Qualitätsmanagement sollen für alle gelten. Ebenso soll dann auch die Klärung der Zulassung für alle Kantone dieselbe sein.

Für uns ist deshalb klar: Wir unterstützen die Variante, die deutlich sagt, dass es die Berufs- und Fachmatura braucht. Wir stehen deshalb ein für die Mehrheit, können aber mit dem Kompromissvorschlag von Herrn Wasserfallen leben, würden seinem Einzelantrag also auch zustimmen.