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Egerszegi-Obrist Christine · Ständerat · 2014-09-08

Egerszegi-Obrist Christine · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2014-09-08

Wortprotokoll

Menschen mit einer Behinderung gehören in unsere Gesellschaft, das ist ganz tief verankert, nicht nur in unserer Verfassung, sondern in allen Gesetzen. Wir haben Gleichstellungsgesetze, wir haben versucht, Handicaps in allen Bereichen unseres Alltags zu beheben. Deshalb wehre ich mich hier dagegen, dass man eine beabsichtigte Selektion als Drohung heranzieht und damit den Teufel an die Wand malt.

Die Worte, die vorher Peter Föhn von sich gegeben hat, haben mich dazu bewogen, noch Stellung zu nehmen. Wir hatten nämlich genau dieselbe Diskussion bei der Fristenregelung, wir hatten dieselben Worte bei der Volksinitiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache". Es wurde immer gesagt, dass es zu einer Selektion führe, dass es dann Behinderte nicht mehr geben dürfe. Was ist passiert, was sieht man, wenn man die Statistik anschaut? Es gibt weniger Abtreibungen als früher, und, was erstaunlich ist, es gibt sogar mehr Kinder mit Trisomie 21 als früher. Das heisst, die Eltern sind sich durchaus der Verantwortung bewusst, in aller Freiheit und mit gutem Gewissen zu entscheiden. Es ist für mich einfach nicht logisch, dass man einen Embryo abtreiben kann, wenn man eine bestimmte Chromosomenzahl feststellt, dass man das aber vorher, beim Einpflanzen, nicht feststellen kann oder darf. Das ist einfach nicht in sich logisch.

Ich habe vollstes Verständnis für die Haltung von Peter Föhn, wenn sie konsequent durchgehalten wird, aber ich bin nicht einverstanden damit, weil es nicht das eine Mal schlecht, schrecklich und unmenschlich ist und das andere Mal nicht. Deshalb bin ich auch hier bereit, den Eltern, der Frau vor allem, die Verantwortung für einen Entscheid zu geben. Schlussendlich, egal wie es kommt, können wir in unserer Gesellschaft nie alle Behinderungen vermeiden. Wir haben aber die Mittel dazu, Behinderte zu integrieren und ihnen das Leben möglichst zu erleichtern.

Ich werde dem Antrag der Mehrheit zustimmen.

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