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Mörgeli Christoph · Nationalrat · 2014-06-03

Mörgeli Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-06-03

Wortprotokoll

Das Aneuploidie-Screening ist die häufigste Indikation für die Präimplantationsdiagnostik. Wenn wir dieses Stück gemäss Antrag der Minderheit Graf Maya entfernen, macht das ganze Gesetz nur mehr sehr wenig Sinn.

Die Feststellung von numerischen Chromosomenstörungen wird immer häufiger bei unfruchtbaren Paaren im fortgeschrittenen Alter angewendet, wo eventuell mehrere Fehlgeburten vorgekommen sind, wo es auch zu erfolglosen In-vitro-Fertilisations-Zyklen gekommen ist. Ziel des Screenings ist es, Embryonen mit numerischen Chromosomenstörungen, die die Ursache für die genannten Probleme bilden, auszusondern und damit die Erfolgsrate der In-vitro-Fertilisation zu verbessern. Das erhöht nicht nur die Chance, ein gesundes Kind zu bekommen, sondern, und das ist nicht genug zu betonen, es erhöht die Chance, überhaupt ein Kind zu bekommen. Denn es ist ja so, dass bei der Vereinigung von Samen und Ei die Möglichkeit eines Misserfolgs grösser ist als die eines Erfolgs. Das gilt auch für gesunde Paare im besten Alter. Ein Erfolg, so schätzen die Forscher, ist nur bei jedem vierten Zyklus gegeben. Ursache des Reproduktionsdefizits ist die Chromosomenstörung, eben die genannte Aneuploidie. Durch das Screening kann man feststellen, dass Embryonen mit stimmiger Chromosomenzahl vorhanden sind und damit die Chance einer Lebendgeburt intakt ist. Das wird getan bei fruchtbaren Frauen über 35 Jahren, wo die Präimplantationsdiagnostik wichtig und sinnvoll ist wegen des erhöhten Risikos, Kinder mit chromosomalen Abweichungen zu bekommen - Stichwort: Trisomie 21.

Wir sollten diesen Bereich daher im Gesetz belassen. Er ist ein Kernstück. Es ist sehr wichtig, sonst macht das Gesetz wenig Sinn. Es ist zudem, wie gesagt worden ist, auch in Deutschland so erlaubt. Und Deutschland - das ist zu betonen - hat in diesem Bereich sehr restriktive Gesetze, natürlich aufgrund einer unglückseligen Vergangenheit im Bereich der Humanforschung.

Ich bitte Sie daher, der Mehrheit zu folgen.