Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · 2011-03-07
Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · Graubünden · 2011-03-07
Wortprotokoll
Der Bundesrat ist der Auffassung, dass Jobsharing, Teilzeit- und Telearbeit moderne und bewährte Arbeitsformen sind - nicht für alle Fälle, nicht in allen Bereichen, aber punktuell eingesetzt sehr wichtig und sehr richtig, und zwar für die Wirtschaft wie auch für die öffentliche Hand. Ein Muss sind auch Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Laufbahnentwicklung für Frauen und Männer, die Teilzeit arbeiten wollen. Dazu gehört auch die Überprüfung der Frage, in welchen Bereichen und in welchen Kaderpositionen Jobsharing möglich sein soll.
Wir befürworten - wir haben das in der Personalstrategie auch gezeigt - flexible Arbeitsformen, die den heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. Wir sind nicht der Meinung, dass Jobsharing nicht der richtige Weg sei, um Frauen voranzubringen; wir sehen das in einem etwas grösseren Zusammenhang. Wir haben heute das Problem, dass wir immer weniger Kinder haben. Wir brauchen Kinder auch angesichts der demografischen Entwicklung. Wir haben immer mehr gut ausgebildete Frauen - auch Mädchen und junge Frauen an den Schulen, auch in handwerklichen Berufen und an den Universitäten. Wir sollen der gesellschaftlichen Realität Rechnung tragen, denn es hat keinen Sinn, an alten, liebgewordenen Mustern festzuhalten; die Situation ist, wie sie ist. Wir sollen auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer in Teilzeitpositionen ihre Laufbahn machen können. Es ist in verschiedenen Bereichen durchaus möglich, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Es gibt auch Orte, wo das nicht möglich ist, aber ich denke, von allen verantwortlichen Führungspersonen ist so viel Flexibilität gefordert, dass sie sagen können sollten, in ihrem Bereich sei es möglich bzw. solle es möglich sein. In anderen Bereichen ist es vielleicht nicht möglich. Aber die Möglichkeit soll jedenfalls Männern und Frauen offenstehen.