Riklin Kathy · Nationalrat · 2014-03-10
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP · 2014-03-10
Wortprotokoll
Die CVP unterstützt mit Überzeugung die Schweizerschulen im Ausland und begrüsst die Revision des Auslandschweizer-Ausbildungsgesetzes. Das neue Bundesgesetz über die Vermittlung schweizerischer Bildung im Ausland ist für die schweizerische Präsenz und für die Erhaltung und Vermittlung unserer Kultur und Werte im Ausland von höchster Wichtigkeit. Das Geld, welches in die heute siebzehn Schweizerschulen auf drei Kontinenten investiert wird, ist bestens und im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig angelegtes Geld.
Die Schweizerschulen im Ausland spielen eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung der Schweiz im Ausland. Die Unterstützung der Schulen ist damit gute Werbung für die Schweiz. Durch die Präsenz der Schweizerschulen in ausländischen Metropolen können die ausgezeichnete Bildung sowie die Schweizer Werte vermittelt und damit auch die Schweizer Interessen im Ausland vertreten werden. Die Schweizerschulen bilden Brücken zwischen der Schweiz und den Standortländern und helfen, wertvolle Netzwerke zu knüpfen. Personen, die einmal an einer Schweizerschule waren - sei es in Singapur, Bogota, Rom oder anderswo -, werden nachher sicher gute Botschafter für die Schweiz sein.
Vor diesem Hintergrund begrüsst es die CVP, dass es finanzielle Unterstützung zur Gründung neuer Schulen gibt. Zu hohe finanzielle Hürden verunmöglichen heute die Neugründung von Schulen, wie z. B. in Peking eine geplant ist.
Die CVP ist damit einverstanden, dass die gesetzlichen Auflagen für Schweizerschulen gelockert werden, damit diese Entwicklungschancen nutzen können. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass der schweizerische Charakter der Schule nicht leidet. Die CVP möchte aber keinen fixen Mindestprozentsatz an Schweizer Kindern im Gesetz festsetzen. Dies würde die Schulen in ihrem wirtschaftlichen Handlungsspielraum und in ihren Entwicklungsmöglichkeiten zu sehr einschränken. Daher wurde der Einzelantrag Schneider-Schneiter eingereicht. Wir bitten Sie, ihn zu unterstützen.
Wichtig ist uns zudem ein gewisser Prozentsatz an Schweizer Lehrerinnen und Lehrern. Die Rekrutierung engagierter und ausgezeichneter Lehrkräfte ist nicht einfach. Darauf sollte aber sehr geachtet werden. Gute Lehrerinnen und Lehrer sind für die Qualität der Schulen von höchster Wichtigkeit.
Die Schweizerschulen sollten auch dazu genutzt werden, unser duales Bildungssystem bekannter zu machen. Wahrscheinlich kann man unser Modell nicht eins zu eins übernehmen, aber über die Schweizerschulen sollen einzelne Projekte in den Gastländern gefördert werden.
Die CVP begrüsst, dass neu mit Vierjahreskrediten operiert wird. Eine Schule kann nicht mit jährlichen Krediten planen. Das ist ein sehr wichtiges und gutes Instrument, das in Anlehnung an die Kulturförderung und an die Bildungskredite aufgenommen wird.
Schliesslich regt die CVP an, dass die Strategie vermehrt auf das 21. Jahrhundert ausgerichtet wird. Die meisten Schulen sind heute an Orten, in die früher Schweizer ausgewandert sind, d. h. in vielen Ländern Lateinamerikas. Heute wandern mehr Schweizerinnen und Schweizer in Richtung Osten, nach Asien aus. Wir möchten deshalb eine längerfristige Strategie für die Weiterentwicklung der Schweizerschulen im Ausland, die den geänderten Auswanderungstendenzen Rechnung trägt.
Die CVP/EVP-Fraktion dankt dem Bundesrat für die gute Vorlage und bittet Sie, darauf einzutreten.