Masshardt Nadine · Nationalrat · 2013-03-12
Masshardt Nadine · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2013-03-12
Wortprotokoll
Klima- und Umweltschutz sowie wirtschaftliche Ziele spielen sich bei der Cleantech-Initiative in die Hände, denn das Potenzial für neue Arbeitsplätze, für regionale Wertschöpfung und für mehr Unabhängigkeit ist beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz riesig. Die Initiative ist ein Jobmotor und dient dem Werkplatz Schweiz.
Verschiedene Studien unterschiedlichster Herkunft bestätigen dies: Die Schweizerische Energie-Stiftung berechnete jüngst, dass in der Schweiz bis 2035 dank der Energiewende 85 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die Unternehmensberatungsfirma McKinsey geht davon aus, dass durch die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien und durch mehr Energieeffizienz bis 2020 zusätzlich 26 800 Arbeitsplätze geschaffen werden können; diese Rechnung ist im Vergleich zu anderen konservativ. Eine Infras-Studie zeigt, dass Investitionen in erneuerbare Energien und in Energieeffizienz statt in Grosskraftwerke knapp das Doppelte an Arbeitsplätzen schaffen: rund 5000 pro Jahr. Welche Zahlen man auch nimmt, alle zeigen dasselbe Grundmuster: Wenn wir auf Cleantech setzen, schützen wir nicht nur Umwelt und Klima, sondern schaffen zahlreiche neue Arbeitsplätze, und zwar hier in der Schweiz.
Die Schweiz ist heute zu über 80 Prozent von Energieimporten abhängig, vor allem von Erdöl, Erdgas und Uran. Wir zahlen Milliarden für Energieeinkäufe im Ausland. Dieser Geldabfluss ist alles andere als vorteilhaft. Mit der Cleantech-Initiative, also mit dem Umstieg auf eine Versorgung mit erneuerbaren Energien, wird die Wertschöpfung zunehmend vom Ausland ins Inland verlagert.
Eine Versorgung mit erneuerbaren Energien ist keine Vision mehr, sondern sie wird immer mehr zur unverzichtbaren Tatsache. Eine zunehmende Anzahl von Gemeinden und Regionen in der ganzen Schweiz verpflichtet sich dem Ziel der Energieautonomie. So wollen fünfzehn Gemeinden des Toggenburgs bis 2034 alle verbrauchte Energie aus erneuerbaren Quellen selber produzieren. In der Ostschweiz läuft das Projekt der Bodensee-Alpenrhein-Energieregion. Das Goms im Oberwallis will bis 2035 energieautark sein. Das Diemtigtal im Kanton Bern verfolgt eine ähnliche Strategie.
Zusammengefasst: Die Cleantech-Initiative der SP verlangt den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie und aus der Abhängigkeit von nichterneuerbaren Energien sowie mehr Energieeffizienz. Der Gesamtenergiebedarf soll ab 2030 mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das ist technisch möglich, wirtschaftlich wünschenswert und umweltpolitisch notwendig. Gerade als Vertreterin der jungen Generation ist mir besonders wichtig: Wir tragen eine Verantwortung, die weit über unsere Generation hinausgeht; wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft richtig stellen, damit auch unsere Grosskinder und Urgrosskinder in einer intakten Umwelt und wirtschaftlich erfolgreichen Schweiz aufwachsen.
Deshalb bitte ich Sie um die Unterstützung der Cleantech-Initiative.