Gross Andreas · Nationalrat · 2014-05-08
Gross Andreas · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-05-08
Wortprotokoll
Sicher, Herr Rutz. Diese Frage würde eine viel längere Antwort verdienen, weil der eine Teil Ihrer Argumentation auch nicht mehr so selbstverständlich ist. Auch den Zeitungen fehlen heute häufig die Ressourcen, das zu tun, was sie vor vierzig, fünfzig Jahren noch gemacht haben: eine sehr intensive, eigenständige, pluralistische Meinungsbildung zuhanden ihrer Leserinnen und Leser zu liefern. Wie sie das tun und welche Position dort zum Ausdruck kommt - wobei heute ja viel weniger eine Position vertreten wird, sondern eher eine pluralistische Auslegeordnung gemacht wird -, ist Sache dieser Medien. Wir wollen keine staatlich bevormundeten Medien, denen wir sagen würden, wer da wie Schwerpunkte setzen muss - das würden Sie mir sofort vorwerfen. Das ist die eine Sache, das ist das System, das uns nichts angeht. Wie immer das auch funktioniert - wir müssen aber dafür sorgen, dass auch jene, die dort wie auch immer vertreten sind, ihren Argumentationen Gehör verschaffen dürfen. Wenn Sie glauben, jene, die in den Redaktionen zu wenig vertreten sind, seien dann jene, die sonst besser vertreten sind, ist das eben ein Irrtum.