Lexipedia

Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · 2009-03-05

Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Grüne Fraktion · 2009-03-05

Wortprotokoll

Ich habe jetzt viele gegensätzliche Aussagen gehört. Den einen geht es darum, Rundstrecken zu bauen, um alternative Fahrzeuge mit alternativen Treibstoffen auszuprobieren. Dazu möchte ich Folgendes sagen: Ich denke, wir haben genügend Strassen, um auch Elektrofahrzeuge ausreichend zu testen. Dazu brauchen wir nicht nochmals einen grossen Teil des Kulturlandes zu überbauen.

Anderen geht es darum, dass wir Autorennstrecken bauen, damit sich die Zuschauer nicht in das eigene Auto setzen und weite Strecken zurücklegen müssen. Ich glaube nicht, dass das absolut nötig ist. Ich glaube, ja ich bin davon [PAGE 132] überzeugt, dass es immer noch umweltfreundlicher ist, diese Autobahnstrecken nicht zu bauen. Die Einzelnen, die das wirklich interessiert - ich denke, es sind sehr wenige Leute, die das wirklich interessiert -, fahren halt mit dem Auto oder besser mit dem öffentlichen Verkehr an einen anderen Ort, um irgend so ein Formel-1-Rennen zu schauen. Die meisten Zuschauer sitzen aber vor dem Fernsehapparat, und das ist etwas umweltfreundlicher.

Autorennen sind - wir haben das jetzt ein paar Mal gehört - umweltschädigend; dafür wird, auch wenn sie mit neuen Technologien durchgeführt werden, sehr viel Treibstoff verbraucht. Sie schaden der Umwelt in Sachen CO2-Ausstoss; sie widersprechen dem Kyoto-Protokoll; sie schaden der Natur, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen, auch aufgrund des Lärms; sie verbrauchen Kulturland und, was auch schon angeführt wurde, sie widersprechen unseren Bemühungen um Verkehrssicherheit.

Wir hatten in der letzten Session aufgrund der vielen tödlich verlaufenden Verkehrsunfälle und aufgrund der Rasereien eine lange Debatte. Wir müssen auch hier ein Vorbild sein und dürfen die jungen Leute nicht dazu anregen, dass sie noch schneller fahren, als unbedingt nötig ist.

Nicht alle haben die Möglichkeit, ihre Raserei dann aktiv auszuleben, indem sie sich eben in ein Formel-1-Auto setzen und an einem Rennen teilnehmen. Das ist eine verschwindend kleine Zahl. Die meisten werden das beobachten und dann nachahmen wollen. Wenn es auch nur eine Person ist, die dann schneller bzw. zu schnell fährt, ist das eine Person zu viel, denn wir kennen die Folgen der Raserei. Wir müssen vielmehr dagegen kämpfen, und zwar nicht mit Formel-1-Rennen, sondern indem wir eben Alternativen für dieses Gefühl aufzeigen und diese Ausschreitungen verbieten. Es gibt also sehr viele Gründe, die gegen Rundstrecken sprechen, aber keinen einzigen dafür.