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AB 16555

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-11-28

Wortprotokoll

Ich spreche hier als Vertreter der Minderheit und nicht im Namen der Fraktion. Ich beantrage Ihnen namens der Minderheit, diesen Artikel 35 zu streichen.

Die berufsorientierte Weiterbildung ist nicht ein Nischenprodukt, sondern sie ist ein enorm grosses, unübersichtliches, vielfältiges und auch extrem dynamisches Gebilde. Tausende von beruflichen Weiterbildungskursen werden zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten, an Wochentagen und Wochenenden, mit verschiedenster Dauer, unterschiedlichster Qualität und breitester Kostenfolge angeboten. Es ist auch unmöglich, zwischen beruflicher und nichtberuflicher Weiterbildung einen klaren Trennungsstrich zu ziehen. Es kann doch nicht sein, dass die Kantone in diesem unüberschaubaren Markt Neues hinzufügen müssen - jedenfalls nicht bis zur Abdeckung des Bedarfes -, wo doch heute kaum mehr jemand den Überblick hat. Was sicher gefordert werden kann, sind mehr Transparenz und auch zuverlässige Angaben über die Qualität. Hier wird aber den Kantonen eine Aufgabe aufgebürdet, die sie kaum zu lösen imstande sind. Weiterbildung ist heute eine Sparte, die sich weitgehend selbst reguliert und die sich fast vollständig nach den Marktgesetzen entwickelt. Wenn Sie hier eine Türe für eine staatliche Weiterbildung öffnen wollen, dann bedenken Sie auch, dass die resultierenden Kosten selbst für den Staat kaum mehr tragbar sind. Verlangen Sie mehr Transparenz, aber verlangen Sie nicht von den Kantonen, dass sie hier für die Weiterbildung bis zur Deckung des Bedarfes sorgen müssen.

Ich bitte Sie, dem Antrag meiner Minderheit auf Streichung von Artikel 35 zu folgen.

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