Galladé Chantal · Nationalrat · 2014-11-24
Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-11-24
Wortprotokoll
Die SP-Fraktion wird dem Verfassungsartikel zustimmen. Der Gesetzesvorlage stimmt sie mehrheitlich zu; da sind wir gespalten. Ich finde, Frau Quadranti hat als Kommissionssprecherin etwas sehr Wichtiges gesagt: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Am Schluss folgt jeder seiner eigenen Überzeugung. Es ist keine Frage der Ideologie, es ist keine Parteienfrage; es ist eine sehr individuelle, persönliche Entscheidung, ob man dieser Gesetzesänderung zustimmen möchte. Ich selber bin überzeugt, dass wir hier insgesamt etwas sehr Gutes gemacht haben. Wir [PAGE 1890] brauchen eine gewisse Gesetzesanpassung. Ich kann auch sagen: Ich gehöre zum forschungsfreundlichen Teil der Fraktion.
Ich finde es gut, dass der Ständerat uns in einer wichtigen Frage entgegengekommen ist, nämlich beim Chromosomen-Screening. Es war für mich wichtig, dass diese Differenz zugunsten unseres Rates entschieden wurde. Es ging hier nämlich auch darum, die Gesundheitsrisiken für die Frau zu minimieren. Es ging hier auch darum, die Chancen auf eine erfolgreiche künstliche Befruchtung zu erhöhen und das Fehlgeburtsrisiko zu senken. Ich bin froh, dass der Ständerat uns hier entgegengekommen ist.
Wir kommen dem Ständerat nun mit der Limitierung auf zwölf Embryonen entgegen. Die Version unseres Rates war ja offener: Wir haben gesagt, es dürften so viele Embryonen entwickelt werden, wie medizinisch notwendig sind. Ich selber habe unsere Version bevorzugt, auch aus Gründen der Gesundheit der Frau, aus medizinischen Gründen sowie aus Gründen der Erfolgschancen der betroffenen Paare, die oft einen sehr leidvollen Weg gehen müssen. Ich denke aber, mit diesem Kompromiss, der Beschränkung auf zwölf Embryonen, lässt sich arbeiten, lassen sich speziell die gesundheitlichen Risiken für die Frau senken.
Es ist wichtig, dass wir mit dieser Version durchkommen. Wir müssen ja auch noch in eine Volksabstimmung gehen, und ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Kompromiss in der Volksabstimmung auch gute Chancen haben werden und das Ganze werden erklären können. Wir wissen ja heute schon, dass die meisten Länder um uns herum hier weiter gehen. Das heisst, Paare, die es sich erlauben können, gehen heute einfach ins Ausland, um ihre Chancen zu erhöhen und die Risiken für die Frau zu minimieren.
Die Schweiz, wo hohe medizinische Anforderungen erfüllt werden und hohe ethische Ansprüche bestehen, die auch erfüllt werden, tut gut daran, hier irgendwie Schritt zu halten, offen und zukunftsgerichtet zu sein und trotzdem dem Missbrauch vorzubeugen. In dem Sinne bin ich mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden.