Fetz Anita · Ständerat · 2014-06-12
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-06-12
Wortprotokoll
Ich habe nichts gegen das Postulat Häberli-Koller, aber ich muss vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen doch etwas sagen. Ich war bei diesem Lohngleichheitsdialog nicht dabei, doch ich berate viele Firmen in diesen Fragen. Man muss einfach einmal feststellen: Es gibt sehr viele Unternehmen, die in Bezug auf die Lohngleichheit ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Problem sind die anderen, jene, die ihre Hausaufgaben eben nicht machen.
Nun gibt es zwei Wege, um sie dazu zu bringen. Der erste: Man steigt in einen Dialog ein. Das ist jetzt versucht worden. Ich kann zu wenig beurteilen, wie es mit dem Dialog effektiv gegangen ist, aber das Ergebnis ist einfach extrem mager, anders kann man es nicht nennen. Es wird deshalb interessant sein zu sehen, was der Bericht da aufzeigt. Der zweite Weg ist jener über konkrete Massnahmen. Ich betrachte solche nicht als Zwangsmassnahmen; es sind Massnahmen, die ergriffen werden müssen, um die verfassungsmässig garantierte Lohngleichheit wirklich umzusetzen. Ich bevorzuge auf jeden Fall freiwillige Massnahmen. Die Frage ist einfach: Wie lange wollen Sie die Frauen warten lassen?
Man muss auch feststellen: Es brauchte in den letzten zwanzig Jahren sogar bei den öffentlichen Verwaltungen, die ja doch relativ transparent sind, mehrere Lohngleichheitsprozesse. Man musste also die öffentlichen Verwaltungen verklagen, um die Lohngleichheit durchzusetzen. Zum Teil ist es nicht einmal dort freiwillig geschehen. Wie auch immer: Wir werden hören, was der Bundesrat im Bericht vorschlägt.
Ich möchte Ihnen, Frau Bundesrätin, einfach auch Folgendes ans Herz legen: Schauen Sie dazu, dass im Bericht auch faire Chancen für Frauen auf Lohngleichheit thematisiert werden. Dann wäre auch mein Anliegen an diesen Bericht erfüllt.