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Engelberger Eduard · Nationalrat · 2001-12-06

Engelberger Eduard · Nationalrat · Nidwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2001-12-06

Wortprotokoll

Die FDP-Fraktion lehnt den Antrag Rechsteiner Paul auf sechs Wochen Ferien für Lehrlinge ab. Sie ist auch nicht bereit, diese Änderung sozusagen durch die Hintertür ins Obligationenrecht aufzunehmen.

Einerseits war und ist das in der Kommission bei der Aushandlung des Kompromisses zum Berufsbildungsgesetz kein Thema; ein Kompromiss, der bis jetzt in der Behandlung dieses Gesetzes weitgehend respektiert wurde. Anderseits ist es ein sozialpolitisches Anliegen, das wir nicht jetzt zusammen mit dem Berufsbildungsgesetz regeln wollen. Es ist ein arbeitsvertragliches Geschäft, das wohl ins Obligationenrecht gehört, aber eben nicht hier, nicht jetzt und nicht sozusagen durch diese Hintertür dort aufgenommen werden darf. Es braucht dazu eine vertiefte Diskussion und Abklärungen unter den Sozialpartnern, insbesondere den Berufsverbänden, den Arbeitgebern, die bereit sind, Lehrstellen zur Verfügung zu stellen.

Zudem geht dieser Ausbau der Ferien wieder zulasten der beruflichen Ausbildung, die immer kürzer wird, da die Zeit für die schulische Ausbildung offenbar zwangsläufig immer weiter zunimmt. Dadurch würde für die Arbeitgeber ein zusätzliches Hindernis aufgebaut, Lehrstellen zu schaffen und auch Lehrstellen zu erhalten, da die Abwesenheit vom Betrieb sich jetzt schon in einer kritischen Grösse bewegt und vielen Ausbildnern ein Dorn im Auge ist. Ich weiss, wovon ich rede, weil wir in unserem Betrieb selber jährlich zehn bis zwölf Lehrlinge ausbilden.

Schlussendlich erweisen wir den Lehrlingen damit für die Zeit nach ihrer Lehre einen schlechten Dienst. Sie müssen dann wieder mit weniger Ferien auskommen, wenn sie im Arbeitsalltag sind. Der Sinn der Angewöhnung an diese Zeit würde völlig verloren gehen.

Dabei glaube ich auch nicht, dass das ein Kriterium für die Aufwertung der Lehre ist. Meine Erfahrungen zeigen eigentlich das Gegenteil. Es kommt nie jemand und fragt: "Wie lange habe ich Ferien?", sondern er kommt und sagt: "Ich möchte den Beruf lernen, den ich am schönsten finde, der mir am besten zusagt." Ich glaube, das ist das Kriterium, nach dem man eine Berufslehre macht.

Ein Letztes: Im internationalen Vergleich stehen wir mit diesen fünf Wochen gut da.

Ich bitte Sie im Namen der FDP-Fraktion, den Antrag Rechsteiner Paul abzulehnen und bei der bisherigen Fassung zu bleiben. Es heisst ja "wenigstens fünf Wochen", und allen Arbeitgebern steht es offen, weiter zu gehen.

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