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Häberli-Koller Brigitte · Nationalrat · 2006-05-11

Häberli-Koller Brigitte · Nationalrat · Thurgau · Christlichdemokratische Fraktion · 2006-05-11

Wortprotokoll

Der Rückgang der Kinderzahlen, ein Generationenvertrag, der ins Wanken gerät, die Unverträglichkeit von Beruf und Familie - immer öfter und immer deutlicher wird auf diese Problematik hingewiesen, und das ist auch gut so, denn es ist notwendig. Wir begrüssen es deshalb, dass der Bundesrat diese Motion zur Annahme empfiehlt und den Handlungsbedarf erkennt.

Wichtig ist, dass die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf jedoch eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen, Gemeinden, der Wirtschaft und auch den Familien selbst darstellt. Für die CVP ist es zentral, dass die jungen Leute die Wahlfreiheit haben, welche Familienform sie wählen. Sie sollen wählen, ob sie sich die Betreuung der Kinder teilen, ob ein Elternteil diese Betreuung alleine übernimmt oder ob die Kinder auch ausserhalb der Familie betreut werden sollen. Kein Modell soll gegen das andere ausgespielt werden, denn es ist wichtig, dass das [PAGE 697] Familienmodell für die betroffene Familie stimmt und dass die Eltern und die Kinder so zufrieden und glücklich sind. Tagesschulen und Mittagstische leisten einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit. Diese sollen jedoch bedarfsgerecht angeboten werden, sollen freiwillig sein und auch durchaus von den betroffenen Eltern einen Beitrag erfordern, den sie je nach ihren finanziellen Möglichkeiten entrichten sollen.

Viele und immer mehr Unternehmen erkennen die Situation und bieten bereits Teilzeitarbeitsplätze, Telearbeitsplätze und auch Kinderbetreuungsmöglichkeiten an. Zu hoffen ist, dass diejenigen Betriebe, die hier schon einiges geleistet haben und die die Zeichen der Zeit erkannt haben, zum Vorbild für diejenigen Unternehmen werden, die noch keine Massnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergriffen haben. Es ist erwiesen, dass es für die Wirtschaft eine positive Wertschöpfung bedeutet, wenn sie die neuen Strukturen in ihre Personalpolitik einbezieht. Die Schaffung von Teilzeit- und z. B. eben Telearbeitsplätzen und zusätzlichen Kinderbetreuungsstellen kommt sie günstiger zu stehen, als jedes Mal eine neue Kraft einzustellen und einzuarbeiten, wenn die werdende Mutter ihre Stelle verlässt, weil sie nach der Geburt keine Chance mehr dafür sieht.

Mit der Einführung der Mutterschaftsentschädigung und der hoffentlich bald auch einheitlich minimalen Kinderzulagen, mit der Halbierung der Krankenkassenprämien für Kinder und Jugendliche in Ausbildung, mit der Anschubfinanzierung für Kinderkrippen haben wir schon einiges erreicht. Ein Massnahmenplan zeigt eben auch auf, was bereits erreicht ist, zeigt aber auch den Handlungsbedarf auf, und er gibt eine Übersicht. Dies ist für alle Beteiligten sinnvoll.

Deshalb bitte ich Sie, diese Motion anzunehmen.