Fetz Anita · Ständerat · 2015-03-19
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-03-19
Wortprotokoll
Sie haben vielleicht den Fall des serbischen FCB-Fussballers in Erinnerung, dem vor einem Jahr als super Jungtalent in der Schweiz trotz des positiven Vorentscheides die Aufenthaltsbewilligung nicht erteilt wurde. Grund war, dass er nicht während "mindestens eines Jahres regelmässig auf höchstem Niveau gespielt" hatte, so, wie es die Weisungen zum Ausländergesetz verlangen. Der FCB und auch die Swiss Football League haben das als "schädliche Anforderungen an junge Fussballspieler" kritisiert, im Wissen darum, dass auch die Swiss Football League auf junge Toptalente aus dem Ausland angewiesen ist. Das ist der Ursprung meines Postulates. Ich habe jetzt gehört, dass das zuständige Staatssekretariat in dieser Frage im Gespräch mit der Swiss Football League ist. Das finde ich erfreulich, und vielleicht wird das auch noch von der Bundespräsidentin bestätigt.
Der andere Fall in meinem Postulat betrifft Profimusikerinnen und -musiker. Diese werden von den bisherigen Weisungen noch härter getroffen. Das trifft dann vor allem die Hochschulen, z. B. die Hochschule für Musik in Basel, die auf neue Musik spezialisierten Orchester oder auch die Schola Cantorum Basiliensis, weil die sehr eng gefassten Weisungen zum Ausländergesetz nicht zur Realität von höchstqualifizierten Musikerinnen und Musikern passen. Diese Weisungen verlangen nämlich eine 75-Prozent-Anstellung. Das ist in diesem Business einfach nicht Realität. Dort hat man verschiedene Teilzeitpensen, die sich dann zu einem Ganzen zusammenfügen; man unterrichtet, man spielt in verschiedenen Orchestern, und man ist an Schulen angestellt. Ich habe nun den Bundesrat gebeten, zu prüfen, ob man die Weisungen realitätsnäher interpretieren könnte. Weil ich gehört habe, dass es auch in diesem Fall Gespräche gibt, höre ich jetzt mal, was die Bundespräsidentin sagt, und schaue dann weiter.