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Gilli Yvonne · Nationalrat · 2012-09-26

Gilli Yvonne · Nationalrat · St. Gallen · Grüne Fraktion · 2012-09-26

Wortprotokoll

Als Grüne sprechen wir aus ökologischer Sicht. Verbesserungen der Strukturen bei Forschung und Beratung, bei Tier- und Pflanzenzucht und bei den genetischen Ressourcen sind uns besonders wichtig. Die in den Artikeln 2 und 11 verankerte Qualitätsstrategie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg muss mit konkreten Massnahmen unterlegt werden, sonst bleibt sie ein Papiertiger.

Qualität gibt es nicht zum Nulltarif, das ist hier wohl allen klar. Langfristig ist Qualität aber die einzige wirtschaftlich nachhaltige Strategie. Wir Grünen wollen die Kosten für übernutzte und überdüngte Böden oder belastete Gewässer nicht den nachkommenden Generationen aufbürden. Wir sind zudem überzeugt, dass die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten bereit ist, für Qualität faire Preise zu bezahlen. Die Schweizer Landwirtschaftspolitik kann unter den Bedingungen unseres Landes, der Kleinräumigkeit und einer anspruchsvollen Topografie, nur erfolgreich sein, wenn die Konsumentinnen und Konsumenten die Gewissheit haben, dass einheimische Produkte Nischenprodukte und ihren Preis wert sind. Aus diesem Grund müssen die drei vermarktbaren Stärken der Schweizer Landwirtschaft durch die neue Agrarstrategie konsequent gefördert werden:

Die erste Stärke ist eine im internationalen Vergleich sehr gute Tierhaltung. Der Minderheitsantrag zu Artikel 96 Absatz 1 folgt diesem Ziel und wird deshalb von den Grünen unterstützt.

Die zweite Stärke sind die am Markt erfolgreichen Produktionssysteme wie Bio, integrierte Produktion und Mutterkuhhaltung. Diese innovativen Produktionssysteme wollen wir Grünen durch die Förderung von besonders naturnahen und tierfreundlichen Produktionsformen fördern. Wir unterstützen insbesondere den Einzelantrag Graf Maya bei Artikel 140 sowie die Anträge der Minderheiten Schelbert und Bertschy.

Die dritte Stärke ist eine gentechnikfreie Produktionsweise. Die Grünen unterstützen selbstverständlich die Verlängerung des Gentech-Moratoriums, wie sie bei Artikel 37a des Gentechnikgesetzes durch die Kommissionsmehrheit beantragt wird. Wir freuen uns, dass wir am gleichen Strick ziehen wie der Schweizerische Bauernverband.

Es ist nämlich nicht so, dass gentechnisch veränderte Pflanzen so unproblematisch sind, wie es beispielsweise das Nationale Forschungsprogramm 59 darstellt. Eine aktuelle französische Studie zeigt ein ganz anderes Bild. Sie belegt, dass die Langzeitfütterung mit Gentechmais bei Ratten zu Geschwüren, Organveränderungen und frühzeitigem Tod führt. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" publiziert und hat in der gesamten EU eine heftige Debatte ausgelöst. Wir sind also auf dem vorsichtigen Weg, wenn wir das bewährte Gentech-Moratorium nun verlängern.

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