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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2014-12-09

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2014-12-09

Wortprotokoll

Ja zum geordneten Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie können Sie sagen, wenn Sie der grünen Initiative zustimmen. Vor mehr als einem Vierteljahrhundert wurde ich politisiert: Tschernobyl war einer jener Momente, die mich und, wie ich denke, eine ganze Generation mit mir aufgerüttelt haben. Im Jahr 2011 kam es wieder zu einem solchen Moment. Es müsste uns eigentlich nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Handeln animieren. Fukushima war mehr als nur ein Zeichen. Es war ein Auftrag an uns alle in der Politik, Lösungen zu finden, um aus einer Technologie auszusteigen, die nicht sicher beherrschbar ist. Es ist eine Technologie, die es nicht verträgt, wenn menschliche Fehler passieren. Es ist eine Technologie, die ursprünglich eigentlich für den Einsatz während maximal 40 Jahren konzipiert wurde und die, nachdem unser Ausstieg abgeblasen wurde, nun aber weiterbetrieben werden soll, mehr oder weniger auf Zusehen hin. Das ist nicht die Technologie, die uns Sicherheit für die Zukunft bringt - weder im Sinne von Sicherheit vor atomarer Strahlung noch im Sinne von Sicherheit der Energieversorgung.

Man könnte meinen, der Auftrag sei gehört worden, wenn man sich an die Wahlversprechen all derer erinnert, die sich 2011 für die Grosse Kammer aufstellen liessen und versprachen, Ernst zu machen mit dem Ausstieg. Aber ein Ausstieg ohne Ausstieg ist kein Ausstieg! Genau das haben Sie gestern verpasst: wirklich einen Ausstieg zu beschliessen. Nehmen Sie sich deshalb vielleicht nochmals etwas Zeit, und denken Sie daran, was Sie Ihren Wählerinnen und Wählern versprochen haben, nämlich eine sichere Energieversorgung für die Zukunft. Sicherheit heisst hier auch, Abstand zu nehmen von einer Technologie, die nicht beherrschbar ist.

Empfehlen Sie deshalb die Volksinitiative der Grünen zur Annahme.

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