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Brändli Christoffel · Ständerat · 2001-12-03

Brändli Christoffel · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-12-03

Wortprotokoll

Nach den fulminanten Voten, vor allem auch nach dem Votum meines Nachbarn, nehme ich zur Kenntnis, dass es eigentlich in Richtung dieses autofreien Sonntags geht. Ich möchte aber doch noch zwei, drei kritische Dinge anführen. Es wird gesagt: Weil in Italien der öffentliche Verkehr nicht funktioniert, hat man das Problem mit dem Privatverkehr gelöst; man kann natürlich jetzt nicht glauben, dass das Umgekehrte auch funktioniert. Ich bin sehr froh, dass die allgemeine These hier lautet: Ja zu einem autofreien Sonntag; der öffentliche Verkehr bewältigt das Problem. Das war etwa die Aussage. Ich habe auch zur Kenntnis genommen, dass Glarus so gut erschlossen ist.

Ich glaube, wenn wir die Situation analysieren, dann stellen wir fest, dass es in diesem Land - das möchte ich hier deutlich sagen - Regionen gibt, die mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind. Es gibt aber auch Regionen, die mit dem öffentlichen Verkehr nach wie vor schlecht erschlossen sind. Ich würde mich natürlich sehr darüber freuen, wenn jetzt der Bundespräsident erklären würde, es sei ja selbstverständlich, dass der Bund besorgt sei, eine gleichwertige öffentliche Verkehrserschliessung im ganzen Land sicherzustellen. Wenn Sie das tun, dann können Sie selbstverständlich diese autofreien Sonntage verfügen.

Ich möchte Ihnen nur ein kleines Beispiel anführen: Es gibt im Unterengadin vielleicht hundert, zweihundert Leute, die jeden Sonntagabend nach Zürich fahren, um dort zu arbeiten. Das ist mit dem öffentlichen Verkehr nicht möglich. Jetzt sagen Sie: Vor 10 Uhr ist es beim Vereinatunnel nicht möglich, das Auto zu verladen. Es stellt sich hier die Frage, ob Sie an diesem Tag jenen öffentlichen Verkehr zur Verfügung stellen, der diese Verkehrsbeziehungen ermöglicht. Es gibt verschiedene Berggemeinden, abgelegene Regionen, die pro Tag vielleicht drei-, viermal mit einem Postauto erschlossen werden und sonst über kein Angebot verfügen.

Diese Fragen, meine ich, müssten auch diskutiert werden. Ich wende mich nicht gegen die Absicht, nachdem ja der Trend klar ist, aber ich meine, der Bund müsste hier - gerade im Hinblick auf einen solchen autofreien Sonntag - die [PAGE 825] Fragen des öffentlichen Verkehrs in peripheren Regionen analysieren. Meiner Meinung nach müsste er hier dann auch die Zusicherung abgeben, dass er dafür besorgt wäre, dass der öffentliche Verkehr - auf Kosten des Bundes - in den peripheren Regionen funktioniert. Das wäre auch eine Vision, die man später einmal generell umsetzen könnte.