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Fischer Roland · Nationalrat · 2015-05-05

Fischer Roland · Nationalrat · Luzern · Grünliberale Fraktion · 2015-05-05

Wortprotokoll

Ich bitte Sie im Namen der grünliberalen Fraktion, der Minderheit und somit auch dem Bundesrat zu folgen. Es geht hier darum, die Einsatzmöglichkeiten so auszudehnen, dass Zivildienstleistende auch an Schulen eingesetzt werden können. Es geht hier nicht darum - das möchte ich auch aus unserer Sicht ganz klar betonen -, die professionelle Tätigkeit der Lehrerinnen und Lehrer zu ersetzen. Es gilt schliesslich auch hier der Grundsatz der Arbeitsmarktneutralität der Einsätze von Zivildienstleistenden. Sie dürfen den Arbeitsmarkt nicht konkurrenzieren.

Es ist so, dass Lehrerinnen und Lehrer im heutigen Schulsystem immer mehr Aufgaben wahrnehmen, die eigentlich nicht zu ihrem pädagogischen Kernbereich gehören. Ich denke hier an zusätzliche Herausforderungen, die sich durch die Integration von leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern, zunehmende Sitzungen und Besprechungen, administrative Aufgaben, die Pausenaufsicht, Mittagstische, Aufgabenhilfen usw. ergeben. Heutzutage kommen noch sehr viele organisatorische und administrative Aufgaben hinzu. Hier kann der Einsatz von Zivildienstleistenden dazu dienen, dass sich die Lehrpersonen wieder vermehrt auf ihre eigentlichen, pädagogischen Aufgaben konzentrieren können. Und es ist, wie vom Gesetz gefordert, ein Einsatz im öffentlichen Interesse, so, wie das beim Einsatz von Zivildienstleistenden in vielen anderen Aufgabenbereichen auch der Fall ist.

In diesem Sinne möchte ich auch Folgendes betonen: Wir reden hier oft von den Risiken und Gefahren eines Einsatzes von Zivildienstleistenden an Schulen. Wir vergessen aber, dass solche Einsätze auch eine grosse Chance sind. Wir geben hier einerseits den Kantonen und den Gemeinden die Möglichkeit, die Qualität des schulischen Angebotes zu verbessern, und wir geben andererseits vielen jungen Männern die Gelegenheit, einen wertvollen Beitrag dazu zu leisten.

Ich bitte Sie deshalb, die Minderheit und somit den Bundesrat zu unterstützen.