Bruderer Wyss Pascale · Ständerat · 2015-09-08
Bruderer Wyss Pascale · Ständerat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-09-08
Wortprotokoll
Herr Eberle hat jetzt nochmals sehr grundsätzliche Ausführungen gemacht. Ich mache ebenfalls noch ein paar generelle Ausführungen, werde aber sicher deutlich weniger lang sprechen als Kollege Eberle. Ich habe nichts dagegen, dass er uns die Abläufe genau geschildert hat - vielleicht ist es auch wichtig, diese Abläufe genau zu kennen und eben auch zu verstehen. Es geht uns überhaupt nicht darum - wenn ich "uns" sage, meine ich die Mehrheit der Kommission -, den Versandhandel zu verbieten oder Versandapotheken zu schikanieren; ich bin in dieser Hinsicht sehr froh um das Votum von Herrn Graber. Es geht vielmehr darum, dass nur jene Fachleute verschreiben, die den Gesundheitszustand des Patienten eben auch kennen, und dass ein Rezept nur ausgestellt wird, wenn es einen interaktiven Kontakt zwischen Arzt und Patient gegeben hat. Dies nochmals zu den grundsätzlichen Ausführungen.
Jetzt noch speziell zu den beiden vorliegenden Fassungen von Mehrheit und Minderheit: Es geht auch nicht darum - das wurde in der Kommission manchmal diskutiert und, glaube ich, auch hier letztmals im Rat -, dass man Hürden aufbauen will, mit denen die Situation von Chronischkranken erschwert würde. Wir haben in der Kommission Beispiele diskutiert, die ganz klar und deutlich gezeigt haben, dass es eben nicht um die Situation von Chronischkranken geht, um den Vorbezug oder Nachbezug - diese verfügen meist über vorliegende Dauerrezepte. Es geht auch nicht um Antidepressiva, die ohnehin verschreibungspflichtig sind. Für mich war dies, die Klärung der Situation von Chronischkranken, sehr wichtig. Auch deshalb bin ich klar der Meinung, dass wir die Mehrheitsfassung unterstützen sollten.
Zusammengefasst: Ich bin gegen ein Verbot von Versandhandelsmöglichkeiten. Das fordert auch niemand, das fordert nicht der Nationalrat, und das fordert nicht die Mehrheit Ihrer Kommission. Ich bin für eine Zulassung, aber unter bestimmten Bedingungen. Dies deshalb, weil es beim Bezug von OTC-Medikamenten der Listen C und D keine Selbstbedienungsmentalität geben darf - es stimmt, Herr Eberle, darum geht es! Dies einerseits aus Kostengründen, weil es hier auch um eine Belastung der solidarischen Prämienzahlenden geht, andererseits aber auch aus Gesundheitsgründen, und hier betone ich nochmals, was Herr Konrad Graber gesagt hat: Es soll einen interaktiven Kontakt zwischen dem Arzt und dem Patienten geben. Das ist der Grund für die Variante des Nationalrates, und das waren auch die Argumente, die dazu geführt haben, dass die Mehrheit Ihrer Kommission jetzt ebenfalls vorschlägt, auf die Nationalratsvariante einzuschwenken.
Ich bitte Sie also um Unterstützung der Variante gemäss Kommissionsmehrheit.