Gysi Barbara · Nationalrat · 2015-12-10
Gysi Barbara · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-12-10
Wortprotokoll
Normalerweise reibe ich mir die Augen, wenn ich morgens aufstehe. Jetzt, als ich Kollege Schwander zugehört habe, musste ich mir aber wirklich ebenfalls die Augen reiben. Zu dem, was Sie vorhin formuliert haben - die Lohngleichheit sei durchgesetzt, Gleichstellungsprojekte seien nicht mehr nötig, weil die Gleichheit hergestellt sei -, muss ich wirklich sagen: Da haben Sie einen ziemlichen Mist erzählt. Schauen Sie, einerseits sind Frauen in verschiedenen Bereichen, in den Mint-Berufen, kaum vertreten. Andererseits gibt es Bereiche, in denen fast keine Männer vertreten sind, sei es zum Teil im Schuldienst oder auch im Pflegebereich. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist also in verschiedener Hinsicht noch nicht hergestellt, die Lohngleichheit schon gar nicht, da haben wir ja auch kürzlich einen Bericht erhalten.
Jetzt zu kürzen ist wirklich falsch. Ich möchte Sie bitten, den Antrag der Minderheit Schwander deutlich abzulehnen. Es geht nämlich darum, dass mit diesen Geldern Fachstellen, aber auch Projekte unterstützt werden, die sich ebenfalls für die Gleichstellung einsetzen. Es sind auch Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie Sie das von meinem Vorredner, meiner Vorrednerin schon gehört haben. Es geht aber zusätzlich darum, dass diese Massnahmen für die Fachkräfte-Initiative von sehr grossem Nutzen sein werden. Es ist nötig, dass wir das inländische Potenzial an Arbeitskräften in allen Bereichen wirklich fördern können; da sind wir noch lange nicht dort, wo wir sein wollen. Gerade die Partei des Minderheitssprechers will ja weniger Personal im Ausland und mehr im Inland rekrutieren. Da müssen wir die Gleichstellung, vor allem eben auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, noch deutlich verbessern.
Ich bitte Sie wirklich, den Antrag der Minderheit Schwander abzulehnen.