Lohr Christian · Nationalrat · 2015-12-15
Lohr Christian · Nationalrat · Thurgau · CVP-Fraktion · 2015-12-15
Wortprotokoll
Mit meiner im Dezember 2013 eingereichten Motion habe ich verlangt, dass mindestens drei nationale Zentren für Schneesport zugunsten des Breitensports geschaffen werden. Die Aussage ist klar: Ich möchte eine Förderung der Jugend; ich möchte im Speziellen eine [PAGE 2211] Förderung des Jugendsports. Wichtig ist mir, dass die heutige Jugend in ihrer multikulturellen Zusammensetzung das Erlebnis Schneesport auch in der Zukunft erfahren kann, dass es sogar in einer besseren Qualität ermöglicht wird. Dabei ist mir ein Punkt sehr wichtig, nämlich dass wir mit mindestens drei nationalen Schneesportzentren eine vernünftige regionale Abdeckung sicherstellen.
Es ist für mich von entscheidender Bedeutung, dass wir Zentren bereitstellen, die so attraktiv sind, dass sie auch tatsächlich berücksichtigt werden und dass sie eine echte Begegnungsstätte werden. Sie sollen ein idealer Ort sein, um den jungen Menschen den Schneesport näherzubringen und um sie für diese Tätigkeit noch weiter zu begeistern.
Der Sport, auch der Breitensport, hat viele Qualitäten: Es geht um die Bewegung, es geht um die Faszination der Bewegung, es geht um die Natur, es geht um die Stärkung des Selbstvertrauens, es geht darum, etwas für die Gesundheit zu tun, und es geht auch darum, die Integration zu leben und zu erfahren. Ich bin ehrlich: Diese Worte stammen nicht von mir, sondern von unserem geschätzten Bundesrat, Sportminister Maurer. Er äusserte sie anlässlich einer Veranstaltung, die vor etwa zehn Tagen stattfand. Ich bin beeindruckt und unterstütze genau diese Aussage. Ich hoffe, dass sie heute noch Gültigkeit hat.
Ich habe von einer regionalen Abdeckung gesprochen. Das heisst für mich, dass im Wallis, in der Westschweiz, vielleicht auch im Tessin oder im Berner Oberland, natürlich vielleicht auch in der Innerschweiz und sicher auch in der Ostschweiz oder in Graubünden die Möglichkeit bestehen sollte, solche Schneesportzentren zu schaffen. Sie sollen eine vernünftige Nähe zu den Benützern haben. Ich finde es nicht sinnvoll, wenn man zum Beispiel von Genf aus durch die ganze Schweiz in die Lenzerheide fahren muss. Das dürfen mir die Bündner Freunde glauben: Das ist kein Angriff auf ein Zentrum in der Lenzerheide, überhaupt nicht. Aber es ist wichtig, dass wir etwas erstellen, das tatsächlich Sinn macht.
Speziell ist es, wenn man Aussagen hört wie: "Wir wollen nur ein einziges nationales Zentrum, das nur auf den Spitzensport orientiert ist", wenn man aber gleichzeitig von Swiss Ski vernimmt, dass man dieses Zentrum eigentlich gar nicht brauche und gerne ein anderes hätte, da andere Dinge gefragt seien. Das Konzept, das ich Ihnen heute präsentiere, sieht so aus: Ich möchte den Breitensport fördern, ich möchte bei der Förderung wirklich in die Breite gehen; aber ganz sicher möchte ich an diesen verschiedenen Standorten nicht irgendwelche Luxusbauten. Wir brauchen einfache, bedarfsgerechte Lösungen, bei denen der Bund die Rahmenbedingungen festlegt und mit den Kantonen zusammenarbeitet, sodass Kooperationen erreicht werden - und zwar nicht nur mit den Kantonen, sondern auch mit der Privatwirtschaft. Denken wir daran: Es gibt auch den Aspekt der Tourismusförderung und der Stärkung der Schneesportindustrie. Dieser Aspekt ist in unserem Land sehr wichtig.
Ich möchte also keine riesengrossen, sondern einfach zu führende Zentren, die den Leistungssport nicht ausschliessen; es ist ja umso schöner, wenn in diesen Breitensportzentren Talente gefunden werden, die uns weiterbringen.
In diesem Sinne möchte ich Ihnen empfehlen, diese Motion anzunehmen. Sie setzt ein Zeichen für den Sport und ein Zeichen für den Jugendsport.