Leuthard Doris · Bundesrat · 2015-12-17
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2015-12-17
Wortprotokoll
Das Postulat Recordon greift natürlich ein sehr wichtiges, ein etwas neueres Element des Finanzplatzes Schweiz auf. Genf ist eigentlich heute schon das grösste "centre for sustainable finance" weltweit. Und ich darf auch sagen, dass wir mit der Bankiervereinigung und den Versicherungsgesellschaften im Rahmen einer Projektierung des Unep, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, eine "inquiry into the design of a sustainable financial system" erarbeitet haben. Da geht es um Mechanismen, mit denen Fonds, Banken und Versicherungen ihre Produkte so designen können, dass Umweltaspekte berücksichtigt werden, damit dieses Denken im Finanzsystem stattfindet. Das war sehr erfolgreich, und der IWF hat es im Oktober in Lima so präsentiert.
Zudem haben wir jetzt auch im Klimabereich, wo es um die 100 Milliarden US-Dollar ab 2020 geht, wieder sehr eng mit der Bankiervereinigung zusammengearbeitet, weil wir in der Schweiz tatsächlich ein grosses Know-how haben. Diese Beschlüsse werden die Finanzströme weg von Kohle und fossiler Energie, hin zu mehr erneuerbarer Energie bewegen, deshalb spricht man bereits von "stranded assets".
Der Bundesrat wird das im Finanzdienstleistungsgesetz aufnehmen, und ich selber werde es aufbringen, wenn Sie das Pariser Abkommen ratifizieren. Und es wird natürlich auch in der nächsten Botschaft zum CO2-Gesetz eine prominente Rolle spielen, dass man fragt: Wie kann das für den Finanzplatz Schweiz bedeuten? Was kann die Schweiz davon profitieren?
Wir werden das Anliegen also gerne aufnehmen und in diesen verschiedenen Vorlagen platzieren.