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Engler Stefan · Ständerat · 2016-03-16

Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · CVP-Fraktion · 2016-03-16

Wortprotokoll

Dass das Schneesportland Schweiz und damit auch der Wintertourismus neue Impulse benötigen, da sind wir uns in diesem Saal wahrscheinlich alle einig. Wir sind uns womöglich auch darin einig, dass diese Impulse nicht nur, aber auch durch den Staat zu setzen sind. In erster Linie sind aber die privaten Leistungserbringer in diesen Branchen gefragt, die Attraktivität des Schneesports und der Schneesportarten zu steigern. Gefragt sind aber auch die Gemeinden, die Kantone und der Bund. Hier setzt ja die Initiative des Bundes an, nämlich den Breitensport im Bereich der Schneesportarten unterstützen zu wollen.

Ich komme in der Schlussfolgerung aber zu einem anderen Ergebnis als meine beiden Vorredner. Wir brauchen keine weiteren Skilager in unserem Land, wir haben genug Unterkunftsmöglichkeiten für Skilager. Das Problem ist ja, dass diese nicht mehr ausgelastet sind, dass es uns nicht mehr gelingt, Kinder und Jugendliche für den Schneesport zu begeistern. Insofern halte ich das Konzept des Bundes, mit einem nationalen Schneesportzentrum eine besondere Strahlkraft zu erzeugen, die sich auf das ganze Land auswirken würde, immer noch als zielgerichtet und zweckmässig. Wir brauchen ein Tenero oder ein Magglingen des Schneesports als Schneekompetenzzentrum, in welchem der Breitensport und vor allem der Sport mit Kindern und mit Jugendlichen eine Heimat finden. So, wie Magglingen und Tenero beide ein nationales Zentrum für unterschiedliche sportliche Ausrichtungen sind, benötigt auch der Schneesport ein einziges Zentrum mit der entsprechenden Strahlkraft, das Kinder und Jugendliche früh für den Sport begeistern könnte.

Im entsprechenden Bericht des Bundesrates zum Breitensport wird gesagt, die Sportnation Schweiz solle international wahrgenommen werden und gut positioniert sein. Entsprechend unterstütze ich auch die Absicht, das mit einem - und zwar mit einem - nationalen Schneesportzentrum als Kompetenzzentrum angehen zu wollen. Meines Erachtens ist dies analog zu den beiden Zentren Magglingen und Tenero zu handhaben, die vornehmlich in den Sommersportarten eine positive Entwicklung, und zwar für das ganze Land, ausgelöst haben. Ich kenne viele Jugendliche und Schulklassen, die von Graubünden aus nach Tenero fahren und dort im Sommer entsprechende sportliche Aktivitäten erlernen bzw. die Gelegenheit dafür erhalten. Die Reisedistanz ist insofern kein Argument, als es von Graubünden nach Magglingen gleich weit ist wie in der Gegenrichtung. Entsprechend glaube ich, dass der Evaluationsprozess sehr wohl auch die Gesichtspunkte der Erreichbarkeit und der Möglichkeiten, die man im Sommer hat, mitberücksichtigt hat.

Ich möchte Sie schon bitten, Herr Bundesrat, das Vertrauen, das Sie mit dieser Ausschreibung bei den Bewerberinnen und Bewerbern geschaffen haben, nicht zu enttäuschen. Man hat vielerorts viel Geld investiert. Man hat politische Absichtserklärungen eingeholt in Bezug auf das Engagement der lokalen Akteure, der Gemeinden und Kantone. Jetzt einfach alles über den Haufen zu werfen, würde ich als treuwidrig beurteilen.

Ich bin Anhänger eines nationalen Schneesportzentrums mit Ausstrahlung auf das ganze Land. Davon können auch das Wallis und die Zentralschweiz profitieren, indem die Kinder und Jugendlichen ihre Ferien wieder in Skilagern verbringen. Genau darin liegt der erwünschte Effekt eines solchen Magneten, von dem auch Innovationen in der Ausbildung und der Schulung der Leiter ausgehen können. Davon - da bin ich mit Kollege Rieder und Kollege Vonlanthen einverstanden - soll das ganze Land profitieren können.

In der Argumentation der Kommission und des Bundesrates sind vor allem finanzielle Argumente genannt worden, weshalb man nicht drei solche Schneesportzentren möchte. Ich bin klar der Meinung, dass es auch inhaltliche Gründe gibt, sich auf ein Zentrum zu konzentrieren, das - vergleichbar mit Tenero und Magglingen - den Schneesport und Breitensport zusammenfasst.

Das hindert uns auch nicht daran, in Zukunft den drei genannten Orten im Spitzensportbereich die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Natürlich haben die Erfolge unserer Spitzensportler auch eine Auswirkung auf den Breitensport. Spätestens dann, wenn wir an internationalen Wettkämpfen schlecht abschneiden, wird die Bevölkerung immer wieder hellhörig und verlangt Impulse für den Spitzensport; diese können in Andermatt, in Engelberg, in Brig oder auch in Davos erfolgen.

Ich unterstütze die Kommission in ihrem Antrag, diese Motion abzulehnen.