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Hadorn Philipp · Nationalrat · 2016-03-17

Hadorn Philipp · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2016-03-17

Wortprotokoll

Sind Sie auch User? Anwender, Anwenderin von PC, Notebook, Laptop und der zugehörigen Software? Haben Sie auch in Ihrem Betrieb oder in einer Organisation, deren Geschäftstätigkeit Sie verantworten, in den vergangenen Jahren einmal oder mehrere Male erlebt, dass neue IT-Konzepte aufgebaut werden mussten? Sollen Geschäftsdossiers, Kundendaten, Verrechnungen, Buchhaltung und Registratur in einen Prozess integriert werden, steht man doch vor einigen Herausforderungen. Profis [PAGE 521] geben ihre Empfehlungen ab, verkaufen Software oder Lizenzen und ein ganzes Bouquet an Dienstleistungen. Nur so kann die Angelegenheit überhaupt erst vernetzt aufgebaut und dann erfolgreich angewendet werden. Auch in der Finanzkommission wurden wir seitens der Verwaltung bereits frühzeitig über vorangehende und das nun vorliegende Projekt Gever auf dem Laufenden gehalten. Ja, auch ich wusste aus meinen anderen Tätigkeiten, was eine elektronische Geschäftsverwaltung bedeutet. Es wird kaum zu bestreiten sein, dass die Verwaltung solche Tools für eine effiziente Arbeitsweise braucht. Dass solche Projekte auch tricky sein können, habe ich auch schon erfahren - ich werde kaum der Einzige sein in diesem Raum, welcher das Gelingen oder auch das Misslingen solcher Projekte im geschäftlichen Bereich bereits erlebt hat.

Beim vorliegenden Geschäft setzte sich die Finanzkommission als Aufsichtskommission mit dem Projekt auseinander. Es galt die Botschaft betreffend Bedarf, Vorgehensweise, Ausschreibungen, Vergabe und Einführung zu studieren; wir haben uns das darlegen und erklären lassen. Wir haben nach erwartbarem Nutzen und möglichen Risiken gefragt. Technisch und fachlich müssen und sollen wir das Geschäft nicht beurteilen, das ist nicht unsere Rolle. Wir kommen nicht umhin, der Verwaltung, der Eidgenössischen Finanzkontrolle und weiteren Prozessverantwortlichen zu vertrauen, dass sie ihren Job nach bestem Fachwissen und Gewissen korrekt wahrnehmen. Persönlich mag ich es nicht, wenn im Ausschreibungsverfahren Unterlegene oder nichtinvolvierte effektive oder selbsternannte Experten und andere neidische Besserwisser dann diejenigen, welche den Zuschlag erhalten haben, zu diskreditieren oder den ganzen Prozess und Bedarf wieder neu infrage zu stellen versuchen.

Vor uns haben wir eine Botschaft, welche nach unserem Kenntnisstand plausibel erscheint und für den vorhandenen dringenden Bedarf zweckmässige Lösungen verspricht. Es gilt seitens der Verwaltung, allfällige Zweifel und Vorbehalte gegenüber dem vorliegenden Projekt überzeugend und nachvollziehbar zu zerstreuen und die zuständigen Finanzkommissionen offen und transparent über den Verlauf des Projektes zu informieren. Als Insieme-Geschädigte mögen einige in diesem Saal Vorbehalte haben. Der neue Bundeskanzler hat nun die Chance, den Tatbeweis zu erbringen, dass hier etwas Gutes entstehen wird.

Die SP-Fraktion ist überzeugt, dass das vorliegende Projekt fliegen kann, und vertraut kritisch beobachtend auf eine erfolgreiche Umsetzung. Wir anerkennen die Notwendigkeit und stimmen dem Antrag der Finanzkommission zu.