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Graf Maya · Nationalrat · 2016-06-16

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2016-06-16

Wortprotokoll

Meine Kollegin Aline Trede und die grüne Fraktion haben uns schon sehr früh mit dem Thema der Lebensmittelverschwendung beschäftigt. Wir sind immer noch der Überzeugung, dass es auch Aufgabe des Bundes ist, hier etwas zu tun.

Wir möchten nun mit diesem Postulat den Bundesrat beauftragen, in einem Bericht darzustellen, durch welche Massnahmen Lebensmittelverluste verringert werden können und die pflanzliche Ernährung gefördert werden kann. Das Postulat macht Vorschläge in verschiedenen Bereichen: So sollen zum Beispiel zusammen mit der Lebensmittelbranche, also mit Stakeholders, Massnahmen erarbeitet werden, mit welchen die Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln besser überprüft und angepasst und Projekte zur Bekämpfung von Food Waste und zur Förderung der pflanzlichen Ernährung angeregt und besser unterstützt werden können. Weiter ginge es darum herauszufinden, wie auch das Thema der Lebensmittelverschwendung im Schul- und Berufsbildungsunterricht Eingang finden könnte. Und als weiterer Vorschlag und weiteres Ziel: Food Waste bis 2020 im Vergleich zu heute um 80 Prozent reduzieren.

Warum ist das so wichtig? Ein Drittel aller Lebensmittel pro Jahr, also rund 2 Millionen Tonnen, wird in der Schweiz nicht konsumiert. Dies betrifft die vermeidbaren Verluste und bemisst sich an der ganzen landwirtschaftlichen Produktion bis zum Teller, ja, bis zum Abfall. Denn rund die Hälfte der Abfälle wird in Haushalten und in der Gastronomie, dort, wo wir konsumieren, verursacht. Das macht pro Person täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall aus.

Das können und das dürfen wir uns nicht leisten. Die unnötige und nicht nachhaltige Produktion von Lebensmitteln bedeutet deshalb, neben den ethischen Aspekten, eine erhebliche Ressourcenverschwendung. Wir wissen bereits heute, dass 31 Prozent der Umweltbelastung unsere Ernährung betrifft. Auch auf nationaler Ebene werden Möglichkeiten zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle bereits breit diskutiert. In der EU etwa hat sich das europäische Parlament zum Ziel gesetzt, das Ausmass von Food Waste, von Lebensmittelverschwendung, bis ins Jahr 2025 zu halbieren.

Wir nehmen positiv zur Kenntnis, dass seit der Einreichung dieses Postulates, also seit zwei Jahren, viel gegangen ist, auch auf Bundesebene, dass Massnahmen getroffen wurden, vor allem auch in Bezug auf den Aktionsplan "Grüne Wirtschaft". Wir möchten aber, dass mit dem hier geforderten Bericht nun die Handlungslücken aufgezeigt werden, ein Fazit gezogen wird und wir an diesem ganz wichtigen Thema dranbleiben, denn Lebensmittelverschwendung dürfte es eigentlich bei knapper werdenden Ressourcen nicht geben. Lebensmittel sind wertvoll, Lebensmittel sind unsere Mittel zum Leben und sicher nicht für den Abfall bestimmt.