Lexipedia

Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2002-03-21

Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2002-03-21

Wortprotokoll

Die Geschichte der A4 im Knonauer Amt ist wirklich ein Trauerspiel. Es war ein Hin und Her bezüglich der Frage, wo und wie diese Strasse gebaut werden soll. Seinerzeit vor rund vierzig Jahren geplant und noch mit völlig anderen Randbedingungen versehen, musste sie schon mehrmals in der weiteren Planung neu bedacht und auch verändert werden. Jetzt stehen die Linienführung und die Ausführung offenbar tatsächlich fest, nachdem die Verfahren bis vor Bundesgericht gezogen worden sind und das Bundesgericht die letzten Rekurse abgewiesen hat.

Es ist trotzdem nicht befriedigend, was jetzt daraus resultiert. Frau Hubmann hat auf eine der Problematiken, die erst in letzter Zeit bekannt geworden ist, aufmerksam gemacht, nämlich auf die Tatsache, dass bei den zahlreichen Immissionslagen, die zwischen Herbst und Frühjahr entstehen, in dieser Muldenlandschaft des Knonauer Amtes eben viel mehr Schadstoffe liegen bleiben und der Luftaustausch nicht funktioniert. Man hatte diese Ergebnisse von einer früheren, nur groben Studie, auf die sich die Zürcher Baudirektion bisher stützte und die auch dem Bundesgericht vorlag, nicht erwarten können. Das ist ein Punkt; Frau Hubmann hat darüber genug gesprochen.

Der zweite Punkt aber, der ebenfalls noch Schwierigkeiten bereitet, ist die Tatsache, dass all die Untersuchungen auf dieser Strasse von Belastungswerten ausgegangen sind, von denen man heute schon sagen kann, dass sie zu tief sind. Es wird bei der Eröffnung dieser Bauwerke im Knonauer Amt also mit Sicherheit so sein, dass allein aus den Verkehrszahlen so viele Abgase und so viel Belastung resultieren werden, dass die befürchteten Überschreitungen der Emissionsgrenzwerte stattfinden werden; das ist unbefriedigend und nicht gut.

Es gäbe zwei oder drei Möglichkeiten: Wenn man keine Planungsänderung vornehmen will - mich würde sehr interessieren, was der Bundesrat dazu meint, ob die Option einer Planungsänderung überhaupt noch offen ist -, sollte diese Option also nicht offen sein, würde ich es sehr schätzen, wenn von Bundesbern her beim Kanton noch einmal folgendes Signal gesetzt würde: Dass schon mit baulichen Verbesserungen, die heute noch vorgenommen werden können - nämlich eine Verlängerung von gewissen Überdeckungen -, ein wesentlicher Beitrag an eine etwas höhere Umweltqualität, eine Verbesserung der Situation und eine Minderung der Schadstoffausbreitung in den kritischen Teilen des Knonauer Amtes geleistet werden könnte.

Und nicht zuletzt: Ich würde mir noch einmal überlegen, ob es nicht auch richtig wäre, zwecks Verbesserung der Anwohnersituation die vorhandene Möglichkeit einer schonenden Überdeckung der Nationalstrasse im Gebiet von Knonau selbst wahrzunehmen; ob nicht diese Variante, diese Möglichkeit wahrgenommen werden sollte.

Ich danke Ihnen, wenn Sie sich in diesem Sinne nochmals für die A4 und das Knonauer Amt interessieren und engagieren.