AB 208814
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2016-12-12
Wortprotokoll
Die wirtschaftliche Situation in der Türkei hat sich seit dem Putschversuch verschlechtert. Wechselkursschwankungen sind eine Folge davon und tragen zu den Unsicherheitsfaktoren für die Wirtschaft bei.
1. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Abkühlung dieses Jahr insgesamt auch einen Rückgang des bilateralen Handelsvolumens zur Folge haben wird. In Bezug auf die Währungssituation gilt es zu bedenken, dass die türkische Währung auch gegenüber dem Euro stark an Wert eingebüsst hat. Damit sind die europäischen Mitbewerber von Schweizer Firmen ähnlich betroffen wie diese.
2. Das Engagement der Serv in der Türkei beträgt gut 500 Millionen Schweizerfranken und entspricht rund 6 Prozent des Gesamtengagements. Das Risiko ist nach wie vor auf Stufe vier von sieben und wurde nach dem Putschversuch im Juli 2016 bisher nicht verändert. Ende Januar wird die OECD das Rating unter anderem für die Türkei, welches der Serv als Basis dient, erneut überprüfen.
3. Im Jahr 2015 betrugen die Exporte in die Türkei 0,9 Prozent der gesamten Exporte der Schweiz. Insgesamt dürften sich somit die Auswirkungen auf die Schweizer Exportwirtschaft in Grenzen halten. Einzelne Branchen oder Unternehmen können von den Entwicklungen mehr oder weniger stark betroffen sein. [PAGE 2121]