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Beerli Christine · Ständerat · 2002-03-13

Beerli Christine · Ständerat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-03-13

Wortprotokoll

Sie wissen es, ich komme aus dem Bildungsbereich, ich bin an einer Fachhochschule tätig. Ich möchte nur ein Element aus dem Bildungsbereich einbringen. Wir hören heute ohne Zweifel viele Klagen über das, was in den Rekrutenschulen passiert. Wir haben Kontakte mit jungen Leuten, die uns sagen, sie würden sich allenfalls langweilen, es sei nach einigen Wochen schon nicht mehr sehr interessant. Es gibt hier Dinge zu verbessern, das ist völlig klar; aber ich glaube, es ist absolut wesentlich, dass wir von der Zielsetzung ausgehen. Hier im Militär ist die Zielsetzung, dass wir eine gute Ausbildung gewährleisten, damit wir Leute in dieser Milizarmee haben, die ihre Aufgabe erfüllen können. Ich werde das nun einmal anwenden auf die Ausbildung der technischen Fachhochschule.

Wenn ich mir das Ziel setze, dass ich optimal ausgebildete Ingenieure auf den Markt bringen will, und wenn ich dann Klagen höre, dass man sich langweile und dass die Ausbildung nicht gut sei, dann kann ich ja wohl nicht so reagieren, dass ich die Ausbildung verkürze, sondern ich muss die Qualität verbessern. Das ist ja das Ziel dieses Projektes. Deshalb ändern wir ja diese Armee, deshalb sprechen wir ja von einer "Armee XXI", weil wir eben ganz klar die Qualität der Ausbildung verbessern wollen, weil es eine kleinere Armee mit multifunktionalen Einsätzen geben soll, weil die Leute interessantere Tätigkeiten ausüben sollen, für die sie dann auch entsprechend ausgebildet sein müssen. Deshalb kann man nicht vom heutigen Istzustand auf den Sollzustand schliessen, sondern ein Sollzustand muss dann eben qualitativ wesentlich besser sein als der Istzustand, über den wir heute Klagen hören. Ich glaube, was ganz wichtig ist für die jungen Leute in Ausbildung - das wurde im Übrigen auch in einem Brief der Präsidenten der Fachhochschulen festgehalten, und die Universitätsrektoren sind derselben Meinung -, ist die Fraktionierung. Es muss möglich sein, die Schulen in verschiedenen Teilen zu absolvieren. Was aber nicht wesentlich ist, ist, ob sie 18 oder 20 Wochen dauern, denn auch 18 Wochen kann man nicht in den Semesterferien absolvieren. Von daher gesehen spielen diese zwei Wochen keine Rolle, sondern wichtig ist die Aufteilung.

Das Wichtigste ist, da stimme ich völlig mit Herrn Merz überein, dass man keinen Tag länger ausbildet als nötig - aber auch keinen Tag weniger als nötig. Es muss eben genau so sein, wie die Qualität es erfordert. Von daher gesehen rede ich auch einer Flexibilisierung nach Waffengattung das Wort. Ich glaube nicht, dass alle dieselbe Länge brauchen. Es ist wichtig zu flexibilisieren, es ist wichtig zu fraktionieren.

Wenn Sie mir erlauben, noch mit einer politischen Überlegung zu schliessen, wie sie auch Herr Pfisterer angebracht hat: Wenn Sie wirklich noch einmal über Flexibilisierung diskutieren wollen, irgendwo zwischen 21 und 18 Wochen, dann müssen Sie heute hier den Minderheitsantrag Bieri unterstützen, denn Sie glauben ja selber nicht, dass der Nationalrat, wenn wir heute für 18 Wochen entscheiden, noch einmal irgendeine Türe gegen oben öffnen will.

Ich bitte Sie sehr, den Antrag der Minderheit Bieri zu unterstützen.