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preparatory:AB 212003

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2017-03-07

Wortprotokoll

Ich beginne mit einer guten und einer weniger guten Nachricht. Die gute Nachricht ist: Wir haben heute bei den 55- bis 64-Jährigen in der OECD-Statistik eine Beschäftigungsquote von 75 Prozent - einsame Spitze. Die Arbeitslosenquote älterer Arbeitnehmender ist unterdurchschnittlich. Wir sind bei der Kategorie 50plus bei 2,8 Prozent - einsame Spitze. Nun die weniger gute Nachricht: Wenn man etwas älter ist und aus dem Arbeitsmarkt gedrängt wird - ich habe das schon einmal gesagt - ist es schwierig, sich wieder zurückzufinden. Es braucht Zeit, es braucht Geduld, es braucht unter Umständen viele, viele Versuche.

Ich habe Schreiben von mehreren Kandidaten auf meinem Tisch, die meine Hilfe beanspruchen wollen. Es ist nicht einfach weiterzuhelfen. Es geht auf jeden Fall über eine Sensibilisierung, über das Schaffen von Goodwill. Als ehemaliger Unternehmer sage ich Ihnen: Man ist in einem fürchterlichen Dilemma, wenn die Märkte nicht wirklich ziehen, wenn man wettbewerbsfähig bleiben muss und die Fachkräfte nicht verlieren will. Dass man sie, wenn man sie schon verloren hat, wieder integriert, wenn die übrigen Rahmenbedingungen zwischenzeitlich nicht besser geworden sind, ist ein Anspruch, den man höchstens sehr bedingt an die Unternehmerschaft haben kann.

Mir ist wichtig, dass wir die Arbeitsmarktbehörden bestmöglich einsetzen. Das tun wir. Mir ist wichtig, dass wir die Weiterbildungsmassnahmen umsetzen. Da tun wir vielleicht noch nicht das maximal Mögliche. Weiterbildung ist das Schlüsselwort für alle Betroffenen. Je näher man an die jetzt verlangten Fähigkeiten herankommt, umso grösser ist die Chance, dass man einen Einstieg findet.

Es tut mir leid, ich muss Ihnen auch hier die Empfehlung machen, das Postulat abzulehnen - aber im Wissen, dass nicht nichts gemacht wird.