Maurer Ueli · Bundesrat · 2017-05-04
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2017-05-04
Wortprotokoll
Der Bund hatte eine IKT-Strategie für die Jahre 2012-2015. Innerhalb dieser Strategie hat er 2014 ein Rechenzentrenkonzept verabschiedet, um die Rechenzentren zusammenzufassen, um Kapazität zu schaffen und um aus verschiedenen kleineren Rechenzentren in ein grösseres zu migrieren, um die Kosten für die Zukunft entsprechend zu senken.
Sie hatten schon mit diesen Rechenzentren zu tun und werden mit Teilkrediten weiter mit ihnen zu tun haben. Es gibt das Primus, das ist das bestehende Rechenzentrum in Bern. Es muss in den nächsten Jahren auch wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Das steht nicht zur Diskussion. Dann haben Sie ein Rechenzentrum bewilligt, das Fundament heisst. Das stand in der Immobilienbotschaft des VBS einerseits und in der Rüstungsbotschaft andererseits. Es ist ein Rechenzentrum, an dem gebaut und in das migriert wird. Es ist ein geschütztes militärisches Rechenzentrum im Alpenraum.
Heute sprechen wir über Campus, das ist ein gemischt genutztes Rechenzentrum in Frauenfeld. Es wird einerseits durch die zivile Bundesverwaltung genutzt, andererseits auch militärisch. Die Hülle, das Baugebäude, haben Sie bereits im Rahmen des Immobilienprogramms des VBS bewilligt. Heute geht es darum, den zivilen Teil in dieses zu bauende [PAGE 697] Rechenzentrum zu migrieren. In der Armeebotschaft 2017 geht es dann um den militärischen Teil, der ebenfalls migriert werden muss. Da wird Ihnen also dort noch etwas vorgelegt, um den militärischen Teil nach Frauenfeld zu migrieren.
Anfang des nächsten Jahrzehntes kommt dann das vierte Rechenzentrum. Es ist wieder ein militärisch geschütztes und heisst Kastro II; das ist eben dann das nächste. Damit haben wir einen Rechenzentrenverbund von insgesamt vier Rechenzentren für die Bundesverwaltung. Zwei davon werden militärische, geschützte Rechenzentren sein. Eines, das Primus hier in Bern, wird ein ziviles und das Campus in Frauenfeld ein sowohl zivil als auch militärisch genutztes sein.
Wir haben das Rechenzentrum für die zivile Bundesverwaltung hier in Bern. Wir haben mit Frauenfeld bewusst auch einen Standort ausserhalb von Bern gewählt, damit wir uns nicht im gleichen geografischen Raum bewegen. Wenn irgendwelche Naturereignisse passieren sollten, haben wir eine gewisse Redundanz und eine Unabhängigkeit der Zentren voneinander. Das macht grundsätzlich Sinn.
Mit der Aufnahme des Betriebs des Rechenzentrums in Frauenfeld können zivile Rechenzentren in Bern geschlossen werden. Es geht um die Rechenzentren Bundesrain 20, Güterstrasse 24/26, Monbijoustrasse 74 - das ist die Titanic II - und ebenfalls Freiburgstrasse 130; dazu kommen noch kleinere Zentren. Aus verschiedenen Rechenzentren migrieren wir also in ein grosses, das entsprechend betrieben werden kann. Campus wird dann durch Armasuisse, also militärisch, betrieben und unterhalten werden, die auch für die Stromzufuhr, die Abwärmenutzung usw. entsprechend verantwortlich ist. Das Ganze findet also im Rahmen eines Konzeptes, eines Prozesses statt, der fast über zwei Jahrzehnte geht - militärische und zivile Zentren -, bis wir alles migriert haben. Die Kapazitäten stellen wir entsprechend bereit.
Wir beantragen Ihnen dafür einen Gesamtkredit von 41,2 Millionen Franken. Damit sollen die Rechenzentrenleistungen des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT) und ebenfalls die Leistungen des EJPD migriert werden. Noch nicht in dieser Migration, in diesen Krediten ist die Migration des Rechenzentrums des EDA enthalten; diese erfolgt dann in den Jahren 2022/23. Hier kennen wir die Migrationsbestimmungen noch nicht, daher ist es nicht Bestandteil dieses Projektes.
Ich bitte Sie ebenfalls, auf diese Vorlage einzutreten und dem Gesamtkredit zuzustimmen. Es ist ein Projekt im Rahmen einer Gesamtstrategie, wie ich es Ihnen geschildert habe. Wir gehen davon aus, dass es technisch ein lösbares Problem ist. Aufgrund der Grössenordnung des Kredits und der bewilligten Stellen wird das ein Schlüsselprojekt werden. Sie wissen, dass wir Ihnen den Stand der Schlüsselprojekte halbjährlich rapportieren. Sie haben also jederzeit die Möglichkeit, den Prozess dieser Migration auch zu verfolgen und entsprechende Fragen zu stellen. Es wird Ihnen also im Rahmen der Schlüsselprojekte regelmässig rapportiert werden. Es ist insgesamt ein Schritt in Richtung der Strategie Zusammenfassen der Rechenzentren.
Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und den Kredit von insgesamt 41,2 Millionen Franken zu bewilligen.