Rechsteiner Paul · Nationalrat · 2002-04-15
Rechsteiner Paul · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-04-15
Wortprotokoll
Ich habe eigentlich zu diesem Antrag nicht Stellung nehmen wollen, Herr Triponez, aber das Problem liegt bei der gelinde gesagt etwas schizophrenen Haltung, die bei unterschiedlichen betroffenen Gruppen eingenommen wird. Bei den Bauern ist es besonders stossend. Es ist leider so, dass zumindest einem Teil der landwirtschaftlichen Angestellten - vor allem in der Deutschschweiz; im Kanton Genf, in der Suisse romande, hat man nun teilweise Fortschritte gemacht - anständige Arbeitsbedingungen verweigert werden. Ein Gesamtarbeitsvertrag wird diesen Angestellten bis heute verweigert. Ausgerechnet jenen Angestellten, die so schlecht verdienen, dass ihr Lohn den Koordinationsabzug nicht überschreitet, wollen Sie - das ist die Deklaration des Bauernverbandes - die zweite Säule weiter vorenthalten. Sie wollen sich damit die Kosten für eine genügende Altersvorsorge für diese Leute sparen, die dann im Alter zwangsläufig arm sind. Gleichzeitig versuchen Sie hier, eine Lösung ins Gesetz zu schreiben, die den selbstständig erwerbenden Bauern wiederum die Möglichkeit einer Versicherung gibt. Wir mögen den Bauern ja einiges gönnen, aber es ist einfach nicht anständig, wenn man - im gleichen Atemzug - für sich selber Vorteile bei der zweiten Säule will, diese Vorteile aber anderen, die es nötiger hätten, nämlich den landwirtschaftlichen Angestellten, verweigert.