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Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2017-06-14

Wortprotokoll

Ich habe mir eben überlegt, ob ich der Richtige wäre, um auf Französisch Antwort zu geben - je n'ose pas. (Heiterkeit)

Als ich Bildungsminister wurde, habe ich bei der EDK - mir eigentlich nicht zustehend, weil es ein EDI-domiziliertes Thema ist - klipp und klar gesagt, wenn es nach mir, der ich aus der Wirtschaft komme, gehen würde, müsste aus Gründen der Kohäsion zuerst eine zweite Landessprache gelernt werden, dann aber das Englische. Je offener unser Land ist, desto mehr sind wir vom Englischen absorbiert; dem können wir uns nicht entgegenstellen. Die Mehrsprachigkeit ist ein wichtiger Faktor für die Vielfalt und die Qualität der Wissenskultur in unserem Land. Das Sprachengesetz erlegt uns, den Bundesbehörden, auf, dass wir grundsätzlich in einer der Landessprachen kommunizieren. Die Bundesverwaltung macht von der Mehrsprachigkeit ausgesprochen Gebrauch und ist darin beispielhaft. Das Englisch als Arbeitssprache ist nicht vorgesehen. Die Chefs bestimmen, in welcher Sprache gesprochen wird.

Zum Forschungsplatz und zum Schweizerischen Nationalfonds, der, wenn ich richtig zugehört habe, der Stein des Anstosses ist: Ich habe mit dem Nationalfonds Rücksprache genommen. Er ist entschieden der Meinung, dass die wissenschaftlichen Teile der Gesuche auf Englisch vorliegen müssen, damit er sie auf Englisch evaluieren lassen und sich im internationalen Wettbewerb bestmöglich verteidigen kann. Der Nationalfonds missachtet die zweite Landessprache nicht einfach: Die Eingaben können in einer Landessprache gemacht werden, aber der Wissenschaftsteil muss übersetzt sein. Ich bin persönlich der Meinung, dass wir daran nicht schrauben können, sonst schaffen wir uns eine Hürde, die unseren internationalen Beziehungen nicht förderlich ist.

Das Zertifizierungsverfahren für die Erlangung des Labels Mehrsprachigkeit wurde angesprochen: Da sind keine Hürden vorhanden, das kann man initiieren, kann es vorantreiben. Ich bin grundsätzlich offen in diese Richtung.

Der langen Rede kurzer Sinn: Der Schweizerische Nationalfonds ist Garant für Qualität und für Vielfalt der Forschungsmethoden und unabhängig von Sprache und geografischer Region auch für die Vergleichbarkeit zwischen den Forschungsprojekten. Deshalb will ich ganz bewusst den Nationalfonds etwas in Schutz nehmen. Er muss hochgradig kompetitiv, sogar als Trendsetter vorauseilend funktionieren können, und die internationale Wissenschaftssprache dazu ist die englische Sprache. An dem sollten wir keine Abstriche machen. Alles andere ist dann ein "effort quotidien de nous tous".

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