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Hefti Thomas · Ständerat · 2017-06-14

Hefti Thomas · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2017-06-14

Wortprotokoll

Irgendwie bin ich erstaunt über das, was wir hier lesen und hören, vor allem, wenn man es im Kontext dessen sieht, was von den Kantonen im Sprachunterricht verlangt wird. Wir haben in diesem Saal im Rahmen ähnlicher Vorstösse auch schon über den Sprachunterricht gesprochen bzw. über die Gefahr, dass die Landessprachen oder das Unterrichten einer zweiten Landessprache durch das Englische verdrängt werden könnten.

Nun haben bereits in einigen Kantonen Abstimmungen über die Frage, wann und wie eine zweite Landessprache zu unterrichten ist, stattgefunden. Die Abstimmungen sind bis anhin durchwegs so ausgegangen, dass man sagen darf, die Stimmbürger dieser Kantone haben die Bedeutung des Unterrichtens einer zweiten Landessprache erkannt und wollen daran festhalten. Dieser Ausgang schien nicht unbedingt selbstverständlich.

Nun lesen wir, dass mit dem Schweizerischen Nationalfonds offenbar in immer grösserem Ausmass in Englisch verkehrt werden muss bzw. dass offenbar gewisse Gesuche auf Englisch zu stellen sind. Das darf doch einfach nicht sein. Wenn man einerseits, auch vom Bund aus, darauf pocht, dass Landessprachen unterrichtet werden müssen, dann muss dieser Bund dafür sorgen, dass man mit dem vom Bund unterstützten Nationalfonds in einer Landessprache verkehren darf. Der Zusammenhalt in der Eidgenossenschaft, die Mehrsprachigkeit und deren Erhalt sind nicht einfach gegeben. Daran müssen wir dauernd arbeiten. Das ist nicht immer bequem, es braucht ein gewisses Mass an Anstrengung. Aber es lohnt sich. Viele Konflikte und viele Reibungsverluste sind unserem Land dadurch erspart geblieben. Ich nenne nur die Stichworte Belgien, Spanien oder den Ortstafelstreit im österreichischen Bundesland Kärnten.

Es genügt eben nicht, die Landessprachen einfach im Lehrplan abzuhandeln. Meiner Ansicht nach ist es übrigens gar nicht so entscheidend, wann Sprachen unterrichtet werden, sondern dass andere Landessprachen unterrichtet werden und dass der Unterricht qualitativ gut ist. Entscheidend ist, dass unsere Landessprachen effektiv im Alltag gepflegt werden. Man muss die Mehrsprachigkeit im Alltag leben und den Willen haben, sie leben zu wollen. Der Bund muss das dort [PAGE 498] tun, wo er Einfluss hat oder Einfluss ausüben kann. Beim Nationalfonds kann er es über die Zuteilung der Mittel tun.

Zum Schluss heisst das: Wenn man für die Beurteilung von Gesuchen - wohlgemerkt: Gesuchen! - nicht auf Experten verzichten will, die nicht gewillt sind, in einer Landessprache zu lesen, aber doch Honorare in Landeswährung einziehen, dann muss man vom Nationalfonds verlangen, dass er auf seine Kosten Übersetzungen anfertigt, selbst wenn dies etwas kostet. Damit sei überhaupt nichts gegen das Englische gesagt: L'anglais est une langue d'une importance primordiale, une langue riche, comme l'a dit notre collègue Berberat, en vocabulaire et en nuances si on la maîtrise bien; plus riche en tout cas que l'allemand.