Stahl Jürg · Nationalrat · 2017-06-14
Stahl Jürg · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-06-14
Wortprotokoll
Wir verabschieden uns heute von zwei Mitgliedern des Nationalrates.
Cesla Amarelle ist seit 2011 Mitglied unseres Rates und der SP-Fraktion. Sie wirkte in der Staatspolitischen Kommission, die sie auch präsidierte, in der Finanzkommission und in der Immunitätskommission mit. Die studierte Juristin war bereits [PAGE 1130] vorher politisch aktiv, unter anderem in der Legislative von Yverdon-les-Bains, im Grossen Rat des Kantons Waadt und als Präsidentin der SP Waadt. Beruflich lehrt sie als Professorin an der Universität Neuenburg Verfassungs- und öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Migrationsrecht. In Fragen der Migration und des Ausländerrechts war sie auch in unserem Rat als ausgewiesene Spezialistin anerkannt. Daneben engagierte sich Cesla Amarelle in den Themen soziale Gerechtigkeit, Entwicklung des Service public, Menschenrechte, Finanzen und Europapolitik. Frau Amarelle ist in ihren Dossiers sattelfest, sie argumentiert sachlich und präzise. Berechenbar, glaubwürdig und hartnäckig vertritt sie eine dezidierte politische Linie, ist dabei aber nie dogmatisch. Sie ist als kompromissfähige, umgängliche und offene Gesprächspartnerin geschätzt, die auch gut zuhören kann.
Frau Amarelle ist tatkräftig, eine Frau, die anpackt und Neues wagt. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie zusätzlich als Hilfskrankenpflegerin und verdiente so neben ihrem Studium etwas dazu. Während ihrer Zeit als SPK-Präsidentin lebte Cesla Amarelle ein Jahr lang mit ihrer Familie in Bern. Für sie bedeutete dies auch ausserhalb der Sessionen eine stärkere Präsenz in Bundesbern. Ihre beiden Töchter lernten derweil an der Schule Berndeutsch; das ist nun zu Hause ihre Geheimsprache. (Heiterkeit) Cesla Amarelle mag es auch ruhig und entspannt, etwa auf dem Markt in Yverdon-les-Bains, beim Lesen, oder wenn sie mit ihren Töchtern abwechslungsweise an einer gemeinsamen, fantasievollen Fortsetzungsgeschichte schreibt.
Vergangenen Monat wurde Cesla Amarelle mit einem ausgezeichneten Resultat als neue Staatsrätin des Kantons Waadt gewählt. Deshalb tritt sie als Nationalrätin zurück.
Frau Amarelle, ich gratuliere Ihnen im Namen des Nationalrates zu Ihrer erfolgreichen Wahl, und ich wünsche Ihnen in Ihrem neuen Wirkungsfeld viel Freude und Erfolg und auch persönlich nur das Beste. (Stehende Ovation)
Roberto Schmidt wurde auf der Liste der Christlichsozialen Volkspartei des Oberwallis 2007 in den Nationalrat gewählt. Nach einem vierjährigen Unterbruch übte er seit 2015 wieder sein Amt als Nationalrat aus. Seit 2005 ist er zudem Gemeindepräsident von Leuk. Als Jurist wirkte Roberto Schmidt in der Staatspolitischen Kommission, der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, der Kommission für Rechtsfragen und der Finanzkommission mit. Am Herzen lagen ihm vor allem die Themen Landwirtschaft, Tourismus, Regionalpolitik und Energie. Erfolgreich war er unter anderem mit seiner bereits 2011 eingereichten Motion 11.3436, "Schrittweiser Ausstieg aus der Atomenergie", die einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigen Umbau der schweizerischen Energieversorgung und zur Aufwertung der einheimischen Wasserkraft leistete. Bekannt wurde Roberto Schmidt aber auch als unerschrockener und vehementer Gegner des Wolfs im Wallis, im Interesse der Bauern und der Nutztiere.
Roberto Schmidt ist ein Wertkonservativer, der Neuem aber durchaus zugänglich ist, wenn er davon überzeugt ist, dass es besser und sinnvoller ist als das Alte. Roberto Schmidt ist bei seinen Kollegen wegen seiner offenen und unkomplizierten Art beliebt und geschätzt. Er ist einer, der auf die Menschen zugeht und auch zuhören kann. Dass es in der Politik auf das gute Zusammenspiel und den richtigen Ton ankommt, das weiss er als aktiver und begeisterter Musiker und Jodler. In seiner Freizeit spielt er in der Musikgesellschaft Leuca das Euphonium. Dieses Blechblasinstrument hat seinen Namen vom griechischen Wort für wohlklingend. Weiter stellt Roberto Schmidt sein musikalisches Talent als Dirigent von zwei Kirchenchören und als künstlerischer Leiter der Operette Leuk zur Verfügung.
Roberto Schmidt geniesst die Zeit mit seiner Familie und hilft gerne auch in zahlreichen Vereinen und Organisationen mit, beispielsweise ehrenamtlich auch beim Eidgenössischen Jodlerfest 2017 als geübter Raclette-Streicher, aber auch als Präsident. Im vergangenen März wurde Roberto Schmidt glanzvoll in den Walliser Staatsrat gewählt; er tritt deshalb per 14. Juni 2017 aus dem Nationalrat zurück.
Wir wünschen Ihnen, Herr Schmidt, im neuen Amt viel Befriedigung und Erfolg und auch persönlich nur das Beste. (Stehende Ovation)[GZ]
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Schluss der Sitzung um 18.40 Uhr [GZ]
La séance est levée à 18 h 40
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