AB 217987
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2017-06-15
Wortprotokoll
Mit der Zusatzfinanzierung im Rahmen der BFI-Botschaft 2017-2020 zugunsten eines Sonderprogramms wird die Anzahl Masterabschlüsse in Humanmedizin bis ins Jahr 2025 auf 1350 pro Jahr erhöht. Dies entspricht einer Steigerung um rund 50 Prozent im Vergleich zur heutigen Anzahl Masterabschlüsse. Die jährliche Anzahl Anmeldungen für das Medizinstudium übersteigt das Studienplatzangebot in Humanmedizin jeweils deutlich. Daran wird auch der Ausbau der Studienplatzkapazitäten nichts ändern.
Die Mehrheit der Universitäten wird auch 2017 den Zugang zum Medizinstudium mittels Eignungstest steuern; im Wesentlichen sind das die Deutschschweizer Universitäten. Mit dem Eignungstest wird die Studierfähigkeit der Kandidatinnen und Kandidaten ermittelt - die Studierfähigkeit. Die Einführung eines Praktikums ist aus mehreren Gründen problematisch: Es müssten rund 3500 Praktikumsplätze pro Jahr sichergestellt werden. Die Studierenden müssten aufwendig betreut und die Praktika müssten validiert werden. Zudem werden die praktischen Kompetenzen erst im Laufe des Studiums entwickelt.
Die Schweizerische Hochschulkonferenz hat deshalb im Mai 2016 den Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrat beauftragt, den Eignungstest zu prüfen. Der entsprechende Bericht empfiehlt, die heutige Form des Tests der Studierfähigkeit beizubehalten. Die hohe Studienerfolgsquote zeigt die präzise Prognose des Tests. Andere untersuchte Methoden erwiesen sich als deutlich teurer, schwierig umsetzbar und weniger präzis. Die Schweizerische Hochschulkonferenz hat den Bericht diskutiert und bei betroffenen Organisationen Konsultationen durchgeführt. Auf dieser Basis hat die Hochschulkonferenz am 19. Mai 2017 beschlossen, den Empfehlungen des Berichtes zu folgen.
In den letzten zwei Jahren, seit es die Hochschulkonferenz gibt, war die Medizin eines der Hauptthemen. Es wurde systematisch und gründlichst in diesem Kreise durchdiskutiert. Wir kamen zum Schluss, dass das bestehende, das herkömmliche System nach wie vor ein gutes System ist und mit entsprechend bescheidenen Korrekturen aktualisiert werden kann. Damit ist der beste Weg gefunden. [PAGE 1157]