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Tuena Mauro · Nationalrat · 2017-06-15

Tuena Mauro · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-06-15

Wortprotokoll

Ich stelle fest, dass Digitalisierung zu einem eigentlichen Modewort geworden ist. Alles, was Sie hier machen, wird mit Digitalisierung begründet. Ich möchte doch ein wenig warnen davor.

Jetzt aber konkret: Die Förderung, Kollege Aebischer, der Mint-Fächer ist Sache der Kantone und nicht Sache des Bundes. Ich habe im Hinterkopf, dass wir uns hier eigentlich einig sind. Es sollte uns daran liegen, hier keine neuen Bundesaufgaben zu schaffen und somit keine neuen finanziellen Verpflichtungen. Ich habe die gestrige Debatte noch sehr gut im Kopf - ich sehe, bei anderen ist das anders -, wo wir doch gesagt haben, dass gebundene Ausgaben zu reduzieren sind, Kollege Aebischer. Es ist nicht unsere Aufgabe, in die Kompetenz der Kantone - ich spreche hier von den Stundenplänen - einzugreifen. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass mit den neu vorgesehenen zwei Sprachen unsere Schülerinnen und Schüler genug gefordert sind.

Man muss sich schon sehr gut überlegen, was in der Schule gelernt werden soll. Es ist heute schon so, dass jedes dritte Kind Förderunterricht braucht. Wollen Sie diese Tendenz tatsächlich fördern? Ich möchte noch erwähnen, dass eine OECD-Studie klar sagt, dass Informatikunterricht auf dieser Stufe in der Schule für später keinen Nutzen bringt. Sie hätten in der Kommission diese Studie, wenn Sie dies gewollt hätten, lesen können. Ich mag mich auch erinnern - und da muss ich Ihnen schon sagen, da bin ich erschrocken -, dass es Leute gibt, die erklärt haben, dass es für junge Leute wichtig sei, noch vor dem Rechnen- und Schreibenlernen mit dem i-Pad Fotos machen zu können. Da frage ich mich schon, wie das später, wenn sie mal etwas rechnen sollen, weitergehen soll, wenn sie dann sagen müssen: Ich habe in der Schule gelernt, mit einem i-Pad Fotos zu machen, und das als Pflichtfach.

Ich möchte Sie bitten, auch im Hinblick darauf, dass die Kantone heute bereits eine eigentliche Offensive gestartet haben, sich hier nicht einzumischen und diese Aufgabe wirklich den Kantonen zu überlassen. Es gibt keine Notwendigkeit, dass wir hier etwas tun. [PAGE 1145]