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Hösli Werner · Ständerat · 2017-09-13

Hösli Werner · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-09-13

Wortprotokoll

Ich bin jetzt von den Voten, die hier gefallen sind, doch ein bisschen herausgefordert, und zwar auch deshalb, weil ich noch operativ tätig bin.

Ich muss Ihnen sagen, etwas vom Schlimmsten, was passieren kann, ist das Folgende: Die übergeordnete Behörde oder die Eigner geben Ihnen eine Strategie vor; da geht es ja meistens um Anpassungen an die neuesten Entwicklungen, um Kosteneffizienz, um günstige Preise. Dann setzt man Massnahmen um; das ist ja die Aufgabe, die man hat. Und plötzlich, wenn man diese Aufgabe in vollem Engagement wahrnimmt, wird das Ganze wieder umgekehrt. Dann heisst es: Ja, so geht das natürlich nicht! Dann, muss ich Ihnen sagen, wird es für einen operativ Tätigen, ob das jetzt die SBB sind oder jemand anderes, extrem schwierig. Denn dann geht es nicht mehr. Man macht alles, Kollege Janiak hat es erzählt: Die sind auf Kurs, die versuchen, das in die Wege zu leiten und mit den bestehenden Drittverkaufsstellen gute Lösungen zu finden. Aber das genügt dann den einen halt wieder nicht mehr, weil sie sagen: "Ja, jetzt können wir dann doch kein Billett mehr kaufen." Und dann wird alles wieder auf den Kopf gestellt. Dann gibt es nur noch eine grosse Frustration, weil man sagt: "Jetzt müsst ihr mir endlich einmal sagen, was eigentlich meine Aufgabe ist." Es ist natürlich schwierig, wenn diesen operativ Tätigen einfach von allen Seiten dreingeredet wird.

Es ist halt auch da wie überall, wie etwa beim "Lädelisterben", das wir alle miterlebt haben: Da werden Unterschriften gesammelt, ganze Bücher gemacht. Da steht, dass das nicht geschehen dürfe, man solle in diesem Laden einkaufen. Das geht vielleicht eine oder zwei Wochen so. Danach wird die ganze Übung wieder abgebrochen. Dann jagt man wieder ein neues Schwein durchs Dorf, und es sind wieder die Alltagsprobleme da. Da muss ich einfach sagen: Von meiner operativen Tätigkeit her habe ich mit diesem Vorgehen extrem Mühe. Jetzt ein Moratorium zu machen, entgegen allen strategischen Vorgaben, die die SBB vom Eigner erhalten haben, das werde ich nicht unterstützen.