Hegglin Peter · Ständerat · 2017-09-13
Hegglin Peter · Ständerat · Zug · CVP-Fraktion · 2017-09-13
Wortprotokoll
Meine Interessenbindung ist einfach die, dass ich Bahnnutzer bin und gerne gute Verbindungen nach Bern habe. Ich nehme auch gerne noch Stellung zur Interpellation, weil auch aus meiner Sicht die Antwort natürlich nicht ganz befriedigen kann, gerade aus Sicht der Zentralschweiz.
Wenn ich nämlich höre, dass scheinbar immer noch nicht entschieden ist, ob der Zimmerberg-Basistunnel - und ich beziehe mich halt vor allem darauf - in den Ausbauschritt 2030/35 aufgenommen werden soll, dann kann ich das nicht nachvollziehen. Denn der Zimmerbergtunnel basiert ja heute immer noch auf einem Einspurbetrieb. Er stammt aus den Gründerjahren. Er ist aber eine Hauptschlagader zwischen Zürich und Luzern, auch zwischen Zürich, Zug, Schwyz und dem Gotthard. Der Anschluss in Thalwil ist ein schwieriger Knotenpunkt für den Verkehr Richtung Ostschweiz und Graubünden.
Dass man diesen Zimmerbergtunnel neu erstellen sollte, ist ja schon vor 25 Jahren erkannt worden. Es gibt drei Volksabstimmungen dazu. Trotzdem wurde er nicht realisiert, man hat die Realisierung immer hinausgezögert. Man hat nur die erste Etappe gebaut, von Zürich bis nach Thalwil, in den Jahren 1997 bis 2002. Man hat dann die Realisierung der zweiten Etappe quasi immer verschoben. Da hat der Bundesrat - damals noch Bundesrat Leuenberger - dann mehrfach auch versprochen, dass man nächstens, und das war so ab dem Jahr 2006, an die Realisierung dieses Tunnels gehe. Ich glaube, man sollte nicht vergessen, dass für diesen Tunnel schon [PAGE 606] über 100 Millionen Franken Vorinvestitionen getätigt wurden; das betrifft das Anschlusswerk in Thalwil. Es ist heute ungenutzt. Es bietet sich doch an, dort anzuschliessen, den Tunnel Richtung Baar fertigzustellen.
Natürlich ist klar, dass bei einem Projekt, das so lange dauert und immer wieder hinausgeschoben wird, dann andere Varianten, Untervarianten, Varianten light zur Diskussion gebracht werden, die - das kann ich in der Antwort des Bundesrates lesen - jetzt geprüft worden sind. Ich attestiere, dass man dort die Kosten-Nutzen-Abwägungen seriös vorgenommen hat. Das heisst für mich eben schon, dass man an der ursprünglichen Variante festhalten, dass man jetzt dort weiterfahren sollte. Denn wenn man diese enge Spur, dieses Nadelöhr öffnen könnte, hätte das punkto Ausbau und Verbesserung des Netzes für die ganze Zentralschweiz einen Quantensprung zur Folge. Ich bin auch überzeugt, dass dann im Zusammenhang mit dem Tiefbahnhof Luzern im Bereich Zentralschweiz eine starke Verbesserung erzielt werden könnte.
Ich empfehle wirklich, bei diesem Projekt jetzt endlich Nägel mit Köpfen zu machen, indem man dem, was man schon in drei Volksabstimmungen beschlossen hat, hier jetzt mal Rechnung trägt. Ich finde nämlich als Zentralschweizer, wir tragen viel bei, wir sind wirtschaftlich stark. Wenn man dann auch noch den nationalen Finanzausgleich betrachtet und schaut, was unsere Region beiträgt, finde ich doch, sie hat es verdient, dass man ihr beim Ausbau der Infrastruktur entgegenkommt und das auch an die Hand nimmt.