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Hegglin Peter · Ständerat · 2017-09-21

Hegglin Peter · Ständerat · Zug · CVP-Fraktion · 2017-09-21

Wortprotokoll

Ich möchte nicht ausführlich und lange sprechen. Ich möchte das Thema auch nicht so bildhaft und fast belustigend abhandeln, sondern ich möchte wieder zurückkommen auf den Boden der Realität. Weshalb werden denn diese Tiere enthornt? Das geschieht nicht zum Spass, es geschieht nicht deshalb, weil die Bauern den Tieren Schmerzen zufügen möchten, sondern es geschieht zur Verhinderung von Unfällen und von Leid.

Klar, auf den Bildern sehen Kühe mit Hörnern vielleicht schön aus und symbolisieren das Heidiland. Aber Hörner sind doch eigentlich Waffen für die Festlegung der Rangordnung in der Herde, zur Verteidigung des Reviers, zur Verteidigung des Nachwuchses vor anderen wilden Tieren. Dafür waren diese Hörner doch da. Und heute, in unserer Zeit, ist das eben nicht mehr in dem Sinne notwendig, wie es dies damals war.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Unfall ein Unfall zu viel ist. Er verursacht menschliches Leid und materiellen Schaden. Deswegen engagiere ich mich neben meiner Tätigkeit hier im Ständerat auch bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Diese Beratungsstelle empfiehlt schon seit vielen Jahren, Tiere mit hornloser Genetik zu verwenden oder dann die Tiere zu enthornen, und dies aus den Gründen, die ich genannt habe, weil es eben viele Unfälle gibt, und wenn es Unfälle gibt, dann sind es schwere Unfälle. Es gibt in der Schweiz keine Statistik dazu, aber in Österreich spricht man davon, dass 10 Prozent der Unfälle mit Rindvieh auf Hornstösse zurückzuführen sind, und dies, obwohl schon recht viele Tiere enthornt sind. Das ist mein Beweggrund, um zu sagen: Bei allem Verständnis für die Würde der Tiere, für das Tierwohl, für die Unversehrtheit der Tiere - es gibt auf der anderen Seite eben auch einen Aspekt der Gesundheit und Unfallvorsorge, und diesen Aspekt gewichte ich höher.

Insofern bin ich davon überzeugt, dass diese Bestimmung nicht in die Verfassung aufgenommen werden soll. Wenn dem Anliegen trotzdem Rechnung getragen werden soll, dann kann dies irgendwo anders abgehandelt werden. Ich glaube, auch wenn es in die Verfassung käme, würde aufgrund des finanziellen Anreizes die Zahl der Unfälle wieder zunehmen. Unsere Bemühungen im Zusammenhang mit der Qualitätsstrategie Milch würden wahrscheinlich wieder [PAGE 679] zunichtegemacht. Wir fördern ja die Laufställe stark. Und natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, wie ich vorhin gesagt habe, dass es in Laufställen mit Tieren mit Hörnern harte Rangkämpfe mit recht schweren Verletzungen gibt. Ich habe es ja selber mehrere Jahre lang erlebt. Ich hatte einen Laufstall mit Kühen, ich habe den Unterschied gesehen zwischen Laufställen mit Kühen mit Hörnern und solchen mit Kühen ohne Hörner.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, der Kommissionsmehrheit zu folgen und diese Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.