Munz Martina · Nationalrat · 2017-12-13
Munz Martina · Nationalrat · Schaffhausen · Sozialdemokratische Fraktion · 2017-12-13
Wortprotokoll
Um es vorwegzunehmen: Die SP-Fraktion freut sich über die drei internationalen Grossanlässe für den Sport, die in der Schweiz stattfinden können. Wir werden dem Gesamtkredit einstimmig zustimmen.
Die Sportgrossanlässe Olympische Jugendspiele 2020, die Eishockey-WM 2020 sowie die Winteruniversiade 2021 strahlen weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Mit den Austragungsorten Lausanne, Zürich und Zentralschweiz können mehrere Regionen von diesen Anlässen profitieren. Universiade und Jugendolympiade geben jungen Menschen die Gelegenheit, sich in sportlichen Disziplinen international zu messen und gleichzeitig ein internationales Netzwerk zu knüpfen. Vergleicht man den Kredit von 8 Millionen Franken für die Jugendolympiade mit der budgetierten Milliarde für die Olympischen Winterspiele 2026 in Sion, kann man von einem sehr guten Kosten-Leistungs-Verhältnis sprechen. Der olympische Gedanke von Höchstleistung, Freundschaft und Respekt wird in diesen Jugendspielen noch präsent sein, [PAGE 2132] während er bei der Olympiade weitgehend dem Kommerz geopfert worden ist.
Die Universiade wird als Gemeinschaftsprojekt von sechs Kantonen durchgeführt. Auch dies begrüssen wir sehr. Es wird auf Zusammenarbeit statt auf Konkurrenzdenken gesetzt. Leider aber steht die Teilnahme an der Universiade nicht allen Jugendlichen in Ausbildung offen. Zwar dürfen nebst Lernenden von Mittelschulen und Universitäten auch Lernende von Berufsmaturitätsschulen und Fachhochschulen teilnehmen. Berufsschülerinnen und Berufsschülern bleibt die Teilnahme verwehrt. Es bleibt zu hoffen, dass die Universiade die Tore in Zukunft weiter öffnet und nicht im Elitedenken verharrt. In Zukunft sollte die Teilnahme an diesen sportlichen Wettkämpfen allen Jugendlichen in Ausbildung offenstehen.
Wir haben in der WBK allen Organisatoren der drei Grossanlässe bezüglich Nachhaltigkeit auf den Zahn gefühlt. Alle versicherten uns, Musterknaben zu sein. Die Durchführung dieser Sportgrossanlässe muss Vorbildcharakter haben. Es ist erkannt, dass nicht überdimensionierte Neuinvestitionen getätigt, sondern bestehende Anlagen genutzt werden sollen. Auch den Eisschnelllauf auf dem St. Moritzersee durchzuführen ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Die Plattform dieser Anlässe muss aber genutzt werden, um neue umweltfreundliche Systeme in der Praxis zu testen und damit neue Standards in der Verpflegung und Abfallvermeidung bei Grossanlässen zu setzen. Wir erwarten bezüglich Energie, Logistik, Mobilität, Verpflegung und Abfallbewirtschaftung innovative Lösungen. In der WBK wurde uns versichert, dass sich die Organisatoren ernsthaft mit Nachhaltigkeitsfragen auseinandersetzen würden. Wir werden die Organisatoren am Resultat messen.
Die SP-Fraktion wird dem Gesamtkredit zustimmen. Wir werden auch dem Nasak-4-Kredit für die Sporthalle in Malley zustimmen.
Beim Antrag für zusätzliche 3 Millionen Franken für die Universiade ist unsere Fraktion gespalten. Die meisten werden den Antrag der Kommissionsmehrheit unterstützen und die zusätzlichen 3 Millionen Franken für die Universiade gutheissen, weil das Geld vor allem Jugendlichen zugutekommen soll und später auch dem Breitensport. Eine Minderheit der Fraktion wird den Antrag ablehnen, dies mit dem Argument, dass das Budget frühzeitiger hätte erstellt werden müssen, und weil sie den Vergleich mit der Jugendolympiade etwas dürftig findet. Der Gesamtkredit ist aber unbestritten; wir werden ihn einstimmig unterstützen.