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Pfister Theophil · Nationalrat · 2002-06-11

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-11

Wortprotokoll

Ich spreche zum Antrag Sommaruga zu Artikel 62 und, etwas vorgreifend, auch zum Antrag Ménétrey-Savary zu Artikel 64. Frau Sommaruga will mit ihrem Antrag zur Neufassung von Artikel 62 einen Radikalschnitt bei den ausserdienstlichen Tätigkeiten vollziehen. Frau Ménétrey-Savary will mit ihrem Antrag, Artikel 64 zu streichen, die vordienstliche Ausbildung eliminieren. Dabei geht es nicht alleine um das ausserdienstliche Schiesswesen, wie es in Artikel 62 Absatz 2 enthalten ist, sondern es geht generell um die Tätigkeiten auf freiwilliger Basis in den unzähligen Organisationen und Vereinen, die heute diesen Zwecken dienen.

Ist es denn so schlecht, dass sich die Armee auch auf diese freiwilligen Übungen stützen kann? Sind das ausserdienstlich erworbene Können und Wissen und die erworbene Erfahrung nicht enorm wichtige Teile einer vom Volk getragenen Milizarmee? Denken wir doch an die Motorfahrer mit den Kursen und dem Geschicklichkeitsfahren, denken wir an die körperliche Ertüchtigung und die Motivation bei den freiwilligen Patrouillenläufen und Distanzmärschen im In- und Ausland - als Beispiel sei Nijmegen in den Niederlanden genannt. Denken wir auch an die Tätigkeiten in den Unteroffiziersvereinen und in den Offiziersgesellschaften, an die Tätigkeiten in den Artillerievereinen, die der Weiterbildung dienen, und generell an die vielen Kurse für Jugendliche in der vordienstlichen Ausbildung, wie beispielsweise die Jungschützenkurse. Viele dieser Tätigkeiten bilden auch die Basis für ein späteres Engagement des Bürgers und mancher Bürgerin in ihrer eigenen freiwilligen ausserdienstlichen Tätigkeit. Ganz besonders findet sich dieses Engagement von freiwilligen Helfern und jugendlichen Teilnehmern in den ländlichen Regionen. Das Schiessen mit Armeewaffen ist auch eine freiwillige und grundlegende Tradition in unserem Land.

Wenn die Armee viele dieser Tätigkeiten unterstützt, so tut sie dies in ihrem eigenen Interesse, nämlich im Interesse der Befähigung der Soldaten, aber auch im Interesse unseres Landes. Es ist auch das beste Mittel gegen ein zunehmendes Desinteresse an der Militärpflicht.

Der Antrag Sommaruga wie auch der Antrag Ménétrey-Savary, die diese Unterstützung auf radikale Art aufheben wollen, sind Versuche, den Goodwill für unsere Armee zu schwächen und die bestehende Verbindung zwischen Bürger und Soldat zu beseitigen. Ich bitte Sie eindringlich, dies hier nicht zu beschliessen und die Verwurzelung der Armee im Volk nicht zu gefährden.

Der Antrag Sommaruga und der Antrag Ménétrey-Savary sind aus den genannten Gründen abzulehnen.