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Studer Heiner · Nationalrat · 2002-06-13

Studer Heiner · Nationalrat · Aargau · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2002-06-13

Wortprotokoll

Ich bin heute Morgen sowohl begeistert als auch zornig. Ich will Ihnen beides kurz begründen.

Ich bin einerseits begeistert, weil wir heute nicht zwischen Pest und Cholera entscheiden müssen, sondern vier Standorte mit sehr guten Dossiers haben. Ich glaube, wir dürfen klar sagen: Wir haben nur ausgezeichnete Dossiers. Deshalb braucht es auch die entscheidenden Gründe, die wir wählen müssen, um uns für eine Zweierkombination zu entscheiden. Sie werden nicht überrascht sein, dass ich Ihnen aus Begeisterung die Kombination Aarau/Freiburg ans Herz legen möchte. Auch Kollege Aeschbacher hat im Schlussteil seines Votums eigentlich für Aarau gesprochen. Von der zentralen Position, von den Verbindungen, von der Optimierung der Abläufe und von der Kostenseite her gesehen spricht doch schlicht und einfach alles für Aarau. Wer also solche Gründe ins Zentrum stellt, müsste für Aarau sein.

[PAGE 897] Wenn Sie wirklich die Berechnungen machen, was in welche Regionen fliesst, dann ist unser Kanton derjenige, der wesentlich schlechter wegkommt als andere. Es ist auch bezeichnend, dass beide Ratsmitglieder aus dem Kanton Zürich, die heute gesprochen haben, die Region Nordwestschweiz nicht erwähnen, wenn sie Regionen erwähnen. Der Aargau ist der Durchfahrtskanton, aber dabei hat er seine grossen Schönheiten. Wenn Sie Effizienz, eine gute Lösung und Praktikabilität wollen, liegt Aarau im Zentrum.

Jetzt muss ich noch meinen Zorn loswerden: Kollege Giezendanner hat gestern seinen Antrag, den er inzwischen zurückgezogen hat, nicht nur mir, sondern auch anderen Aargauern gezeigt. Wir haben gesagt: Mach das nicht! Wenn du irgendwie Totengräber für Aarau sein willst - ich sage das hier "knalloffen" -, dann musst du so etwas lancieren, und so zerstörst du die Solidarität mit Freiburg, die wir aufgebaut haben! Das musste ich einfach loswerden. Er hat dann zuerst die Medien gesucht. Sie haben ihn hochleben lassen und ihn gleichzeitig kritisiert; er hat sein persönliches Ziel erreicht, im Zentrum des Interesses zu stehen. Aber das ist nicht das Interesse des Kantons. Deshalb bitte ich vor allem die Romands, die jetzt aufgrund dieses "Ausfalls", der zurückgezogen wurde, unsicher werden könnten: Bleiben Sie doch bei der Solidarität Romandie/Aargau!