Cassis Ignazio · Bundesrat · 2018-05-28
Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2018-05-28
Wortprotokoll
Sono particolarmente interessato a questa discussione e contento che il Consiglio nazionale oggi abbia deciso di mettere questo tema all'ordine del giorno. Sono anche pronto a dare alcune riflessioni da parte del ministro degli esteri.
La Svizzera, come sapete, ha criticato già in più occasioni e in modo anche abbastanza chiaro la guerra in Siria.
Soll nun der Nationalrat seiner vorberatenden Kommission folgen und eine Erklärung abgeben? Dazu will ich mich nicht äussern. Es ist letztlich eine Frage des Selbstverständnisses dieses Rates, ob er auf das Instrument der Erklärung zurückgreifen will.
Sie haben verschiedene Gründe für und wider eine Erklärung genannt, und wir haben viel zur Situation in Syrien gehört. Lassen Sie mich diese Diskussion noch etwas einordnen. Zunächst mal einige Merkmale des Konfliktes: Dieser Konflikt dauert nun seit sieben Jahren. Dies ist länger als der Zweite Weltkrieg, und ein Ende ist nicht in Sicht. Grobe Verletzungen des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte sind an der Tagesordnung. Der Konflikt forderte bereits Hunderttausende von Todesopfern. Zehntausend Personen gelten als vermisst, verhaftet oder entführt.
Was neu ist: Die Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind systematisch. Sie werden von allen Konfliktparteien begangen. Sie sind durch nichts zu rechtfertigen. Dasselbe gilt für die vielen Anschläge auf Spitäler und Sanitätsinstallationen.
Uno-Generalsekretär Guterres beschreibt die Situation in Ost-Ghuta als die Hölle auf Erden. Ähnlich schwierig ist die Situation für die Menschen in Idlib. In Raqqa, einer heute verwüsteten Stadt, leben zehntausend Menschen inhaftiert in Lagern. Über ihr Schicksal ist wenig bekannt. In Afrin haben die neuesten Gefechte wiederum grosse Fluchtwellen ausgelöst. Für die verantwortlichen Täter sind die begangenen Kriegsverbrechen bisher ohne Folgen geblieben. Es herrscht Straflosigkeit.
Hinzu kommt der wiederholte Einsatz von Chemiewaffen. Diese Waffen sind völkerrechtlich geächtet. Ihr Einsatz stellt ein Kriegsverbrechen dar. Das damit verbundene Leiden unschuldiger Zivilisten verkörpert die ganze Barbarei in Syrien.
Eine Vielzahl regionaler und globaler Akteure ist in den Syrien-Konflikt involviert. Es geht um Macht, Geopolitik und Einfluss. Der Iran, Russland, die Türkei und die USA sind mit eigenen Truppen in Syrien aktiv. Andere Staaten wie Israel oder die Golfstaaten sind ebenfalls involviert. Solche externen Interventionen sind nicht in jedem Fall eine Verletzung des Völkerrechts. Hier muss man den Einzelfall anschauen. Klar ist aber, dass in Syrien die Respektierung des Völkerrechts auf dem Altar der Interessen- und Machtpolitik geopfert wird. Auch die Uno-Resolution zum Waffenstillstand wurde nicht eingehalten.
Die Situation ist heute unübersichtlich, volatil und gefährlich. Eine weitere Eskalation hätte verheerende Folgen für die Region, aber auch für den europäischen Kontinent und damit auch für uns und unsere Sicherheit. Ungefähr die Hälfte der syrischen Bevölkerung, 12 Millionen Syrerinnen und Syrer, befindet sich auf der Flucht. Drei Viertel der Bevölkerung in Syrien sind für ihr Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es fehlt an Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Grundversorgung. Die Uno und die internationale Diplomatie haben viel unternommen, um eine politische Lösung zu finden. Aber die Gespräche zwischen den syrischen Parteien kommen nicht voran, und der Sicherheitsrat ist tief gespalten. Viele Akteure glauben immer noch an eine militärische Lösung.
Man kann sagen, dass der Syrien-Konflikt das grosse moralische Versagen unserer Zeit ist. Er ist ein Angriff auf unsere Werte, auf unsere humanitäre Tradition, mit negativen Folgen für unsere Sicherheit. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, dass der Syrien-Konflikt nicht der einzige grausame und folgenreiche Konflikt ist, weder in der Region noch in der Welt. Wir beobachten seit einigen Jahren eine Anhäufung von Krisen und Konflikten. Instabil sind insbesondere [PAGE 597] die Regionen südlich des Mittelmeeres. Viele der heutigen Konflikte[NB]sind sehr komplex. Meist sind zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Akteure involviert. Politische Lösungen gestalten sich schwierig. Konflikte dauern immer länger.
Die Folgen kennen Sie: Seit dem Zweiten Weltkrieg sind noch nie so viele Menschen vertrieben worden. Es sind mindestens 65 Millionen, davon sind zwei Drittel Binnenvertriebene. Die humanitären Bedürfnisse wachsen unaufhaltsam. Die Bedrohung durch den dschihadistischen Terrorismus in Europa hat viel mit einigen der aktuellen Konflikte zu tun, inklusive des Konflikts in Syrien. Dabei ist nicht zu vergessen, dass Absatzmärkte für die globale Wirtschaft verlorengehen und Entwicklungsgewinne vernichtet werden.
Die Diplomatie ist also bei vielen Krisenherden gefordert. Syrien sticht dabei in mancher Hinsicht hervor, ist aber auch nicht einzigartig.
Que faire? Que fait la Suisse? Je peux vous assurer que la Syrie occupe une place importante dans le cadre de notre politique étrangère. Afin de promouvoir la paix en Syrie, nous nous engageons à trois niveaux. Premièrement, nous oeuvrons pour permettre de trouver une solution politique au conflit. Deuxièmement, la Suisse s'engage pour la coexistence pacifique au niveau local en Syrie. Troisièmement, la Suisse s'engage pour les droits de l'homme et le droit international humanitaire et pour la lutte contre l'impunité.
Quant aux premières mesures, un dialogue de paix se déroule entre le gouvernement et l'opposition à Genève. Nous soutenons le bureau de l'Envoyé spécial de l'ONU pour la Syrie, Monsieur Staffan de Mistura. Après-demain, j'aurai une réunion de travail avec lui ici à Berne. La Suisse facilite des rencontres discrètes dans les coulisses entre les différentes parties au conflit. L'année passée, une trentaine de discussions ont été organisées. La discrétion et la fiabilité de la Suisse comme lieu de rencontre sont grandement appréciées au niveau international. De manière ponctuelle, la Suisse a aussi joué un rôle de facilitateur entre les grandes puissances. A titre d'exemple, nous avons organisé des discussions discrètes entre des émissaires des Etats-Unis et de la Russie, qui ont abouti à une série d'accords en 2015. Nous devons toutefois rester réalistes au sujet de ce que nous pouvons accomplir. La Suisse toute seule ne peut pas assurer la paix en Syrie.
Le deuxième train de mesures a pour but la coexistence pacifique au niveau local. Nous soutenons des initiatives de paix au niveau des municipalités en Syrie, voire des quartiers, pour que la coexistence pacifique soit possible entre les différentes régions et les différents groupes sociopolitiques de la population interne. Cet engagement concerne directement les causes du conflit syrien et la volonté du peuple syrien d'être représenté de manière plus conséquente dans le système politique syrien.
A propos du troisième train de mesures, je vous rappelle que la Suisse effectue des démarches auprès des Etats et parties au conflit concernés. Nous soutenons plusieurs mécanismes de l'ONU qui contribuent à établir les faits et à fournir les preuves de violations du droit international commises par les parties au conflit. Nous avons, par exemple, lancé une initiative afin de récolter des documents et des preuves concernant les violations commises, ceci avec la double finalité de prononcer la responsabilité sur le plan juridique des auteurs des violations ainsi que de permettre un processus de réconciliation nationale le moment venu.
En plus de la promotion de la paix, la Suisse est fortement engagée dans l'aide humanitaire. Je vous rappelle que jusqu'à aujourd'hui, dans le cadre de ce conflit, nous avons mis à disposition 376 millions de francs. Il s'agit du plus grand engagement humanitaire de notre histoire. La Suisse ne fournit pas seulement de l'aide humanitaire en Syrie. Nous nous engageons aussi au Liban, en Jordanie et en Turquie, notamment dans les régions où se trouvent le plus grand nombre de réfugiés et déplacés syriens.
Lassen Sie mich zum Schluss Folgendes sagen: Unsere[NB]Diskussion heute hat die Tragweite der Problematik in Syrien verdeutlicht. Aber Sie sehen auch die Breite und Tiefe des schweizerischen Engagements. Das Interesse des Parlamentes bestärkt den Kurs des Bundesrates. Ich kann Ihnen versichern, dass sich die Schweiz in Syrien weiterhin vor Ort für Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit engagieren wird, unabhängig davon, ob sich der Nationalrat heute für oder gegen eine Erklärung entscheidet.