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Graf Maya · Nationalrat · 2018-06-04

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2018-06-04

Wortprotokoll

Die grüne Fraktion wird die Hornkuh-Initiative zur Annahme empfehlen.

Mit fast 120[NB]000 Unterschriften, die beglaubigt worden sind - es wurden noch viel mehr gesammelt -, ist die eidgenössische Hornkuh-Initiative am 12. April 2016 wirklich komfortabel zustande gekommen. Es war beeindruckend, wie eine kleine Gruppe von engagierten Bauern und Bäuerinnen landauf und landab für dieses Anliegen, das wir nun hier behandeln, eingestanden ist und diese vielen Unterschriften gesammelt hat - ein Dankeschön an sie, die zeigen, dass unsere Demokratie lebt.

Was verlangt die Hornkuh-Initiative? Etwas Einfaches und etwas, das auch gut umgesetzt werden kann: Sie verlangt nämlich wirtschaftlich lohnende Anreize für eine besonders naturnahe, umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft; dabei soll insbesondere die Haltung von Tieren mit Hörnern belohnt werden. Die Initiative fordert also nicht, dass alle Tiere Hörner tragen müssen. Es ist ein milder Ansatz, der sagt, dass man Anreize schaffen solle, damit eben mehr behornte Tiere gehalten werden. Es ist kein Verbot, es ist ein Gebot; es handelt sich um ein Anreizsystem. Solche Anreizsysteme kennen wir in vielen Teilbereichen der Agrarpolitik. Warum also ein solches nicht auch hier bei unseren behornten Nutztieren einführen?

Hörner sind durchblutet und von Nerven durchzogen. Sie gehören zur Kuh-, Ziegen- und Schafsrasse wie auch zu anderen Rassen. Hörner sind bei diesen Rassen wichtig für das Sozialverhalten und für die Kommunikation, aber auch für die Hygiene. Heute wissen wir sehr viel mehr über das Verhalten von beispielsweise Kühen in Herden und darüber, wie wichtig die Hörner sind, um das soziale Verhalten untereinander zu regeln.

Wie sehr das Horn zu unseren Nutztieren gehört, zeigt auch die Werbung: Dort tauchen praktisch nur Kühe und Ziegen mit Hörnern auf. Auch dies ist ein Indiz dafür, wie hoch die Akzeptanz, aber auch die Liebe der Bevölkerung zu unseren ursprünglich hörnertragenden Nutztieren ist.

Es ist daher für die grüne Fraktion enttäuschend, dass der Bundesrat dagegen ist und es leider auch im Parlament nicht gelungen ist, einen indirekten Gegenvorschlag zu machen, der das berechtigte Anliegen aufgenommen hätte. Es wurde unter anderem gesagt - auch Kollege Aebi hat diese Frage gestellt -, dass mit diesem Hörner-Franken oder mit diesem Hörner-Geld die Anbindeställe gefördert werden könnten. Wir Grünen bestreiten dies, das hat auch der Initiant gemacht, weil es nicht zu mehr Anbindeställen führen würde.

Wir müssen und sollen die RAUS-Programme fördern und fordern. Hörnertragende Nutztiere, das wissen vor allem meine bäuerlichen Kolleginnen und Kollegen, brauchen aber mehr Betreuung; eine Abgeltung ist gerechtfertigt. Es ist ein zusätzlicher Aufwand, der mit dem Hörner-Beitrag abgegolten werden soll. Das Herdenmanagement, es wurde vorhin von der Unfallgefahr gesprochen, ist aufwendiger und braucht mehr Zeit und Sorgfalt. So ist der Hörner-Beitrag eben wichtig, damit gerade für hörnertragende Nutzrassen der Anbindestall verschwindet und es in Richtung Freilaufstall geht.

Die grüne Fraktion möchte Ihnen daher beliebt machen, diese Initiative zu unterstützen. Wir sind sicher, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für die Würde unserer Nutztiere und bestimmt auch für unser inoffizielles Nationaltier, die hörnertragende Kuh, stimmen werden.