Keller Robert · Nationalrat · 2002-06-19
Keller Robert · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-19
Wortprotokoll
Bei Artikel 6 beantrage ich drei statt zwei Panzerbrigaden. Als ehemaliger Kommandant eines Truppenkörpers habe ich mit grossem Interesse den "Neubau" der "Armee XXI" beobachtet. Wir bauen also ein Haus, das in den Grundzügen für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre Bestand haben sollte. In diesem Haus "Armee XXI" muss sicher die eine oder andere Wand noch verschoben oder allenfalls herausgetrennt werden. Wenn wir nun aber dieses Haus nicht fertig bauen und anschliessend noch möblieren - wie wir das ja auch im täglichen Leben tun -, werden wir Schiffbruch erleiden.
Und nun zu meinem Antrag: Sie wissen alle, die Panzerschlacht ist nicht die wahrscheinlichste Kampfform. Die Panzerbrigaden können aber nach den neuen Ausbildungsmodellen auch für andere Aufträge gebraucht werden. Wahrscheinliche Aufträge lauten zum Beispiel: Überwachung, Bewachung, Sicherung usw. In den Panzerbrigaden sind ja auch Panzergrenadiere eingeteilt. Ich wurde auch nicht von "Gelben" bearbeitet, sondern es geht mir darum, dass in der Grundorganisation und im Einsatz massgeschneiderte Verbände mit Unterstützungstruppen in der Hand des Kommandanten sind, eventuell gemischt mit Infanterie - warum nicht etwas Neues?
Viele Gründe sprechen für drei statt zwei Panzerbrigaden, zum Beispiel die Ungleichgewichte: Drei Gebirgsinfanteriebrigaden mit total vier aktiven Gebirgsinfanteriebataillonen, vier Infanteriebrigaden mit zehn Infanteriebataillonen, zwei Panzerbrigaden mit acht Panzerbataillonen plus Genie und Artillerie. Sie wollen doch nicht, dass die Panzerbrigaden doppelt so viele Kampfbataillone haben wie die Infanteriebrigaden! Je nach Lage ist es möglich, dass die acht aktiven Panzerbataillone gestaffelt den WK leisten. Das heisst, dass die Panzerbataillone und ihre Unterstützungstruppen während über 30 Wochen im Wiederholungskurs sind. Das ist für die Miliz zu viel; es ist nachteilig für die Führung, die Beweglichkeit und die Belastung. Viele weitere Vorteile sprechen auch für drei statt zwei Panzerbrigaden.
Weniger Truppenkörper in den Brigaden sind geeigneter für die Führung, insbesondere wiederum für die Miliz. Sprachprobleme werden entschärft. Drei Panzerbrigaden verbessern auch die Berücksichtigung verschiedener Sprachräume, und es ist auch sehr gut für die Verankerung in der Bevölkerung.
All diese Gründe sprechen für drei Panzerbrigaden. Die Kosten können wir vernachlässigen, ein Stab kostet nicht so viel Geld. Die Mittel für drei Panzerbrigaden sind auch vorhanden. Die Vorteile überwiegen also.
Ich bitte Sie, meinem Antrag zuzustimmen.