preparatory:AB 232436
Landolt Martin · Nationalrat · Glarus · Fraktion BD · 2018-06-13
Wortprotokoll
Meine Minderheit zu Artikel 41 will nicht, dass einfach nur der niedrigste Preis den Zuschlag auslöst, auch nicht bei sogenannt weitgehend standardisierten Leistungen. Damit verbunden ist auch unser Unverständnis darüber, dass überhaupt zwischen standardisierten und nicht standardisierten Leistungen unterschieden wird und dann unterschiedliche Kriterien zur Anwendung kommen sollen. Es geht uns letztlich eben auch hier wiederum um die Stärkung der einheimischen Unternehmen, und wenn der Preis das alleinige heilige Kriterium ist, dürften viele Schweizer Unternehmen sehr oft das Nachsehen haben.
Die Stärke unserer Unternehmen liegt nicht in den tiefen Preisen. Auch bei sogenannt weitgehend standardisierten Leistungen gibt es durchaus Schweizer Unternehmen, die hier eben ihre Chancen haben wollen und - so sieht es meine Minderheit - auch haben sollen. Wir wollen also die Bedeutung des tiefsten Preises relativieren, indem wir soziale und ökologische Standards mitberücksichtigen, weil dort unsere Unternehmen eben besser sind als ihre ausländische Konkurrenz.
Ich habe Ausschreibungen gesehen, beispielsweise von der Armasuisse, wo für eine einfache, also eine weitgehend standardisierte Bedruckung von Kampfanzügen am Schluss der Preis zu 100 Prozent gewichtet wurde. Solche Ausschreibungen reduzieren die Chancen des einheimischen Gewerbes in Richtung null. Wenn nicht einmal mehr die Armee ihre Aufträge in der Schweiz vergibt, obschon es möglich wäre, dann verstehen das die Menschen in diesem Land nicht mehr - ich übrigens auch nicht.[GZ]
Deshalb bitte ich Sie, hier meine Minderheit zu unterstützen.